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Lehrmittelerlaẞ allen preußischen Schulen die unbedingte Forderung auferlegte, heimatkundliche Sammlungen einzurichten, wissen wir nicht, wissen aber, daß unsere Tat außerhalb Preußens Anregungen gegeben hat.
Daß wir in der Heimat- Schulsammlung alte Lehrmittel scheinbar systemlos eingliedern, daß wir neue uns selbst schufen, ist selbstverständlich. Neue Bahnen erfordern neue Wegzeichen. Uns ist das Anschauungsmittel nicht um seiner selbst, nicht um des Unterrichts, sondern um des Kindes willen da. Das beste Anschauungsmittel ist Mutter Natur, deshalb fordern wir: Führungen Wir können mit wieder Führungen. und immer Freuden feststellen, daß trotz aller Widerwärtigkeiten seitens der allgemeinen Verhältnisse, mancher Behörden( z. B. Straßenbahn), vieler Erwachsener, trotz der gefürchteten Haftpflicht die Lehrerschaft schon recht weit auf dem Wege dazu ist, die Führungen als einen unentbehrlichen Bestandteil des Unterrichts anzusehen. Viel muß aber noch geschehen, damit die Lehrerschaft mit ihren Kindern wirklich Berlin und seine Umgebung erkundend erlebt). Was uns aber am meisten fehlt, ist brauchbares und erreichbares Schriftgut über unsere Heimat. Es ist geradezu unglaublich, wie wenig zur Verfügung steht. Fast alle älteren guten Werke sind vergriffen, in den Büchereien selten und in den Antiquariaten nur unter sehr erschwerenden Umständen zu erlangen. Deshalb versuchen wir in unsrer Heimat- Schulsammlung eine Standbücherei einzurichten, deren Ausbau natürlich von unsern Mitteln abhängt. Es ist selbstverständlich ausgeschlossen, daß wir nach 3 Jahren schon eine einigermaßen vollständige Bücherei besitzen. Daß wir mehr haben, als wir kaufen konnten, verdanken wir der Liebenswürdigkeit der Verleger und hauptsächlich der tatkräfttigen Hilfe des Lehrmittelhauses Curt Thiem, Friedrichsgracht 16. Unsere Standbücherei des für den Heimatunterricht wichtigen Schrifttums wird jedoch immer nur denen wertvoll sein können, die zu uns kommen). Es fehlt aber an Büchern, die in die Schulbüchereien eingestellt Wir werden müßten, an Büchern, die der Lehrer kaufen kann. Ich sehe hier eine große Aufgabe der großen Heimatvereinigungen. brauchen volkstümliche Heimatbücher, die wissen- schaftlich einwandfrei sind. Wir können nur beratend dabei tätig sein, schaffen müssen sie die wissenschaftlichen Arbeiter der Vereine usw. Diese Grundlage ist im gegenwärtigen Augenblick für die Weiterbildung des Lehrers unentbehrliche Ergänzung aller sonstigen Unternehmen.
Die Heimatschule in unserm Sinne Tat werden zu lassen, ist Aufgabe der Lehrer. Sie brauchen aber dazu, und das glaube ich gezeigt zu haben, die Hilfe weiter Kreise. Sie können in die Herzen unsrer Kinder nur dann Liebe zur Heimat pflanzen, wenn sie sich von den Kreisen des Volkes getragen fühlen, die ihr Vaterland lieben. Die Heimatschule muß eine Tat auch derer sein, die beruflich mit der Schule nichts zu tun haben.
4) Einführung in den Lehrplan.
5) Sie umfaßt gegenwärtig etwa 600 Bände, darunter manchen vielgesuchten.