Heft 
(1926) 35
Seite
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bedeutet aber, wie auf S. 19, Anm. 1 richtig vermutet wird, Krögel Bucht, was alte Karten bestätigen, auf denen die Bucht an der Spree direkt als Krögel bezeichnet wird. Erst im Laufe der Zeiten hat sich der Name Krögel auf den Häuserblock aufs feste Land übertragen. S. 130 hätte vielleicht auch das prunkende Grabmal von Pufendorfs Eidam, dem Ingenieurkapitän Carl Constantin v. Schnitter Erwähnung verdient, weil es die Gebeine des Erbauers von Fort Groß- Friedrichs­burg an der Goldküste umschließt.

Die Bildbeilagen sind sorglich ausgewählt. Im ganzen bietet das handliche Buch viel Anregung und wird sich ob seiner Brauch­b Chr. Voigt. barkeit viele Freunde erwerben.

Dr. Franz Lederer: Berlin und Umgebung, mit einem Geleit­wort von Dr. Böss, Oberbürgermeister von Berlin, 1925. Neue Verlagsanstalt Berlin. Mit 174 Abbild. Preis in Ganzleinen 5.-M. Ein kleiner Oktavband von 264 Seiten umfängt den gewaltigen Stoff. Mit unleugbarem Geschick, mit Humor und warmem Empfinden geht der wohlunterrichtete Verfasser dem Problem Groß- Berlin nach; er behandelt das Gemeinwesen in seinen einzelnen Abschnitten und Stadtteilen und wird auch der näheren Umgebung gerecht. Lücken aber begegnen uns hier und da und lassen die Streichungen bedauern, zu denen sich der Verlag, wie ich höre, aus wirtschaftlichen Gründen veranlaßt sah, zu spät, um eine völlige Bindung der Zusammenhänge wiederherzustellen. Einige Ausstellungen habe ich dem Verfasser bereits mitgeteilt und kann daher von ihrer Wiedergabe absehen. Sie werden Auf die Ab­der hoffentlich bald erscheinenden 2. Auflage dienen bildungen( nach Photos) und anf die Ausstattung haben Verfasser und Verlag erfreuliche Sorgfalt verwendet. Die Bilder sind künst­lerisch gewählt und ergänzen den Text in glücklicher Weise. Das Ganze eine ansprechende Gabe, die in nuce" vieles, also Jedem Chr. Voigt. etwas bringt.

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Bd. 1.

Dr. Wilhelm Fraenger: Jahrbuch für historische Volkskunde. und ihre Grenzgebiete. Mit Die Volkskunde 206 Abbildungen. Berlin W 15, Herbert Stubenrauch, 1925. 348 S. Ein ganz hervorragendes Unternehmen beginnt in dem Verlage zu erscheinen, der schon mehrere vortreffliche Gelehrtenwerke heraus­gebraucht hat. Die mir zu Gesicht gekommen sind, weisen eine geradezu berückende bibliophile Ausstattung auf, trotz des erstaunlich billigen Preises. Die Wissenschaft von der Volkskunde hat hervor­ragende Fachzeitschriften, von denen die unter Mitwirkung von Johannes Bolte herausgegebene Zeitschrift des Vereins für Volks­kunde in Deutschland an der Spitze steht; und als dieser Gelehrte von internationalem Ruf für seine Verdienste gerade auf diesem Forschungsgebiet als Mitglied in die Preußische Akademie der Wissen­schaften aufgenommen wurde, da hat auch die Volkskunde endlich eine weithin leuchtende Ehrung erfahren. Solchen Zeitschriften gegen­über will dies Jahrbuch eine Sonderaufgabe erfüllen: Es will 1. die Volkskunde als solche zum Gegenstand geschichtlicher Betrachtung machen und ihre Wissenschaftsgeschichte von deren Anfängen im Humanismus bis zum Vermächtnis der Romantik in systematisch aus­gebauten Einzelbänden darstellen. 2. Es erstrebt eine nach Kultur­epochen organisch eingeteilte Ausbreitung der Quellendokumente