Heft 
(1926) 35
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leitet es unser Denken von jenen großen Taten hinüber über die Kriege der Befreiung, der Einigung zu dem erschütternden Drama des Weltkrieges zu einer Heerschau eigener Art.

Eine Fülle vortrefflicher Bilder erläutert den Text, der von konventioneller Beschreibung der Totenmale absehend in menschfichen Zügen uns die Helden näherbringt.

Nicht zutreffend ist die Angabe S. 7 unten, daß Berlin bis 1778 keine Befestigung außer einer Pallisadenwand gekannt habe. Sonst ist das Buch als vorzügliche Bereicherung unserer Friedhofsliteratur anzusprechen. In seinem inneren Wert ist es erhebend in schwerer Zeit für jeden, der preußisch und deutsch denkt und empfindet.

Chr. V. Dr. Hermann Kügler: Aus Alt- Berlin- Köln. Von der Grün­dung bis 1640. 2. umgearbeitete Auflage. Verlag von Verlag von Quelle& Meyer, Leipzig 1926, 186 Seiten. Preis kart. 2.-M.

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Einen bescheidenen Wegweiser" nennt der Verfasser sein Buch, das trotz der Erweiterung in der 2. Auflage seine Aufgabe darin sieht, sich auf das für den Berlin- Forscher zunächst Notwendige zu be­schränken, bis die leider noch nicht vorhandene, wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Geschichte Berlins einmal aus der Feder eines umfassenden Historikers erschienen ist". Mit der Erledigung dieser die Kräfte eines Einzelnen übersteigenden Riesenaufgabe hat es wohl noch gute Wege, und wir werden gut tun, uns an die Richtlinien zu halten, die der Verfasser vorzeichnet. Sie weisen in erster Linie auf die Bedeutung der Zentren der Berlin- Forschung hin, auf das Märkische Museum und auf die großen, Heimatkunde treibenden Vereine: , Verein f. d. Geschichte Berlins und Brandenburgia."

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Der Inhalt des Buches gliedert sich in 3 Teile: Aus Alt- Berlins Geschichte",, Ein Spaziergang durch Alt- Berlin"," Ein Spaziergang durch Alt- Köln". Insofern steckt es sich weitere Ziele als Dr. Brendickes vortrefflicher Führer durch Alt- Berlin- Köln, der vorwiegend in be­lehrender Anleitung praktische Führungszwecke auf begrenzterem Ge­biet verfolgt.

Von besonderer Wichtigkeit sind die eingehenden Quellen­angaben, die von dem tiefer Schürfenden nur begrüßt werden können; sie heben das Werk auf wissenschaftliche Grundlage, die vom Kleineren zum Größeren führt und zur Benutzung für Sonderforschungen geradezu anlockt.

Die Forschungsergebnisse über den Namen Berlin sind kritisch gewürdigt; leider ist ihr Ergebnis noch immer nicht positiv. Bei Köln entscheidet sich der Verfasser aus siedlungstechnischen Gründen mit Dr. Clauswitz für die Ableitung von Colonia( Agrippina). Die Frage der Stadtwerdung Berlins ist heute in regem Fluß. Die Prähistorie bemüht sich im Verein mit der Geologie die Urkunden der Historiker zu lebendem Inhalt zu ergänzen. In der nächsten Auflage hoffen wir weiteres darüber zu hören.

Die umstrittene Frage, ob der Uebertritt Joachims II. zu Spandau oder zu Berlin erfolgt ist, ist erschöpfend behandelt, doch wird sie einer Klärung nicht zugeführt.

Im besonderen sei noch erwähnt: S. 93, 5. Zeile von unten wird 1917 in 1916 zu ändern sein. S. 112 auf dem Plan findet sich für Nun den Häuserblock an der Spree die Bezeichnung Krögel".