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Zu bemerken fand ich im einzelnen: Der Kleine Ravensberg ist nicht die größte Erhebung( S. 193); diese Ehre kommt vielmehr dem großen Ravensberg zu. Der Steglitzer Berg ist der Fichte- Berg, nicht Fichtenberg( S. 166). Dieser Verwechslung begegnet man öfter in der heimatkundlichen Literatur. Bei Nikolskoe hätte der kleine malerische Waldfriedhof Erwähnung verdient, der so manche ehemalige Bewohner der Pfaueninsel birgt. Ich nenne nur das Ehepaar Friedrich( Maschinenmeister Friedrich), den Riesen und das ZwergenDer paar der Pfaueninsel, den Hawai- Insulaner Maitei u. a. m. Bilderschmuck ist gut gewählt und erhebt sich zu erfreulicher Leistung. Chr. Voigt. Johann Charlet: Heimatwandern, ein Wanderbuch für die Jugend. Berlin 1925, Arbeiterjugend- Verlag, Berlin SW 61, Preis geb. 2.50 M. Eine neue Methode, dem Wanderer oder richtiger dem„ Jugendgenossen" den Blick für die Schönheit der Natur zu weiten und die tiefe Neigung des Großstädters zu ihrem lebendigen Wirken zu stillen, bringt dieser Führer, der zum rechten Schauen anregen will. Wir erfahren an der Hand eines Kundigen, wie man Studien im Wandern treiben kann an der Natur, ihrem Leben und ihren Erscheinungen, im Tier- und Pflanzenreich, wie der leblose Stein zu uns spricht, aber auch von unserer Kultur und ihrer Entwicklung aus grauer Vorzeit bis zur gepriesenen Gegenwart. In diesem Ideenkreise will das Buch seine Adepten hinaufführen zu höheren ethischen Zielen und seine Jünger ablenken von den entnervenden Einflüssen der großen Stadt. Der denkende Mensch soll erkennen, daß wie in der Natur so auch im Gesellschafts- und Wirtschaftsleben gewisse-Gesetzmäßigkeiten obwalten, die in richtiger Befolgung ihrer Bahnen uns zum wahren Menschentum emporführen, und das soll geschehen unter Heranziehung Aller, ohne Hintansetzung Einzelner. Mit diesem Hinübergreifen ins Politische können wir uns abfinden, wenn es der neuen Idee gelingt, das Prinzip der Duldung ohne Zuhilfenahme armkräftiger Argumente gebührend durchzuführen. In diesem Sinne stimmen wir dem Verfasser zu, im Sinne goethischen Schauens und Erfassens. Die beigegebenen Zeichnungen entbehren der Unterschrift und nennen den Künstler nicht. Chr. Voigt.
Mit
K. Treuwerth: Der Invalidenfriedhof in Berlin. 39 Abbild. u. 2 Lageplänen. Kartonn. 3.-M., Ganzleinen 4.-M. Brunnen- Verlag, Karl Winckler, Berlin 1926.
Draußen an der Sandkrugbrücke zieht sich am Saume des alten Schönhauser Grabens, der jetzt in den Spandauer Schiffahrtskanal einbezogen ist, der Invalidenfriedhof hin, unter dessen schattenspendenden Lindenbäumen die Edelsten unseres Volkes in Waffen der Ewigkeit entgegenschlummern. Da werden klingende Namen aus Preußens glorreicher und stolzer Heeresgeschichte lebendig. Fast alle, die hier ruhen, haben in heißer Liebe für ihr Vaterland gekämpft und geblutet. Und wenn der Wind sich erhebt, dann rauscht es in den Baumwipfeln von sonnenwärts gerichteten Adlerfittichen nec soli cedit und eine Mahnung trifft unser Ohr: Aus unserer Asche wird dereinst ein Rächer erstehen! Ein Führer ist uns dieses Buch durch Raum und Zeit. Von einer Oertlichkeit, deren Entstehung und Bestimmung unlöslich mit dem Andenken an den Großen König verknüpft ist,
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