Heft 
(1926) 35
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darüber, daß diese 3. Auflage erstaunlicherweise 14 Jahre auf sich hat warten lassen müssen. Wer sich über die wirtschaftlichen Verhältnisse Berlins, das Leben der Bürger in jener guten, alten Zeit" unter­richten will, als Friedrich der Große die Erbschaft seines lange ver­kannten Vaters antrat, der findet hier zuverlässige Auskunft. Der Stoff mag manchem nicht anziehend genug erscheinen; aber er wird sich angenehm enttäuscht sehen, wenn er diese überaus reizvolle Darstellung liest. Gern würde der wissenschaftliche Benutzer die An­merkungen dadurch übersichtlicher geordnet sehen, daß davor die Seitenzahlen gesetzt werden, zu denen sie gehören. Wo steht Berolinum­lumen orbi oder Nur im Lobe( S. 231) zuerst? Consentius weist an versteckter Stelle( S. 239) auf Gerken hin; ich habe mir einmal notiert, daß dies Anagramm von Oelven stamme. Die Bezeichnung Deutsch- Paris hat. Hermann Michel in der Zeitschrift des Vereins für Volkskunde 22, 215 viel früher nachgewiesen, als Consentius sie S. 239 aus der 2. Auflage übernimmt. Zum Bernauer Bier darf ich auf meine Studie in der Brandenburgia" 1923, S. 39-45 hinweisen. Dr. Hermann Kügler. Adolf Grüttner: Die Schönheit der deutschen Land­schaft. Lpz.- Gohlis, Hermann Eichblatt, 1924.

In diesem Bande sind 30 Federzeichnungen von verschiedenen Künstlern vereinigt. Die Mark Brandenburg ist vertreten mit Blättern von Herbert Kuron( Plauer See), Willy ter Hell( Wummsee), Curt Messerschmidt( Spreewald). Die Mehrzahl der Bilder in Schwarzweiß- Kunst ist ganz vorzüglich gelungen, und die Stimmung der Landschaftsseele ist eindrindlich herausgearbeitet. Kuron und ter Hell z. B. haben ihre besten Kräfte an ihre Aufgaben gesetzt, aber auch Messerschmidt läßt in seinem schönen Spreewaldbilde die eigen­tümliche Schönheit der Landschaft deutlich ahnen. Es ist gewiß so: Zu der beglückenden Erinnerung, die das eine oder das andere Bild im Beschauer weckt, gesellt sich im innigen Versenken das frohe Gefühl des Mit- und Nachschaffens in der Phantasie, kommt die Freude über das, was die Schöpfer dieser Bildchen in Auge und Hand an Vermögen aus sich heraus- und emporbildete, und so sind diese Bildchen nicht nur Fenster, durch die wir hinausschauen ins liebe, teure, deutsche Land auch die deutsche Seele schaut durch sie zu uns herein. Dr. Hermann Kügler.

Schriftleitung: Dr. Albert Kiekebusch, Direktor der vorgeschichtlichen Abteilung des Märkischen Museums. Die Einsender haben den sachlichen Inhalt ihrer Mitteilungen zu vertreten.