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Die verschiedenen Namen ließ ich mir von den danach Befragten, oft Anglern, ab und zu auch aufschreiben; sie stellen die Einzahl dar, was nach Versicherung der Betreffenden auch für 3, 7 und 8 gelten Xsoll. Recht gebräuchlich scheinen Pieresel, Pieraas und Pieratz zu sein. Es wäre interessant, zu erfahren, ob sich noch andere Schreibweisen und Wortbildungen finden, und wie sich dies insbesondere in den peripheren Gebieten der Mark verhält. Man könnte dann vielleicht eine kleine Statistik aufstellen über die Häufigkeit der einzelnen Namen und ihre Verteilung über die verschiedenen Gebietsteile. Auch in sprachkundlicher Hinsicht könnten dann von fachmännischer Seite vielleicht einige Bemerkungen angeknüpft werden.
Pier ist bekanntlich der alte Name für den Köder- oder Sandwurm der Küste, Arenicola marina( piscatorum). Kustos Prof Dr. Erich Hesse.
Bücherbesprechung.
Des Volkes Denken und Reden. Von Joseph Weigert, Pfarrer in Mockersdorf. 108 Seiten. Freiburg i. Br. 1925, Herder& Co., Halbleinen 3 M.
Des Volkes Gedankengang und seine Sprechweise ist noch zu wenig erschlossen. Achtlos gehen wir an ihm vorüber und setzen uns nur zu häufig und zu leicht über die Begleiterscheinungen von Roheit, Dummheit und Aberglaube im Volke hinweg. Wie will man über den Geistesgang des kleinen Mannes urteilen, wenn man ihn nicht kennt, wenn man sich nicht die Mühe gibt, ihn kennen zu lernen? Wie richtig schrieb 1858 Klaus Groth:„ Wir haben keinen Respekt mehr vor dem Volke und seinem Geistesleben. Wir wissen kaum mehr und glauben es nicht, daß das Volk ein eigenes geistiges Dasein führt, eine eigentümliche Bildung hat, die in Gemüt und Charakter wurzelt." Hier soll nun Jos. Weigerts neues Buch helfend eintreten. Dieser geschätzte Kenner unseres Bauerntums will uns dessen seelische Art näher bringen. Zuerst wird die Entwicklung des Denkens im allgemeinen dargelegt, dann die geistige Anlage und Betätigung des Volkes nach ihrer Eigentümlichkeit geschildert und das volkstümliche Denken und Reden durch eine Menge von Beispielen ( in der Naturdeutung, im Alltagsleben, in Recht, in Krankheit, Das Werk ist für die Heimatkunde Religion usw.) veranschaulicht. Chr. Voigt.
von Belang.
Prof. Dr. Erich Stenger: D'a guerres Diorama in Berlin, ein Beitrag zur Vorgeschichte der Photographie. Mit 18 Abbildungen. Berlin 1925, Union Deutsche Verlagsgesellschaft. Kart. 2.80 M.
Daguerre, den wir den Erfinder der Photographie nennen, war auch der Erfinder des Dioramas; daher bestehen zwischen beiden Zweigen innnere Zusammenhänge. Solche lassen sich aber auch zwischen dem Diorama und dem modernen Lichtspielhause herleiten, denn es hatte vor 100 Jahren für die Allgemeinheit die gleiche Bedeutung im Sinne aufklärenden Wirkens. Seine Aufgabe war es, der