Heft 
(1910) 18
Seite
168
Einzelbild herunterladen

168

21. (.8. außerordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.

man es vom Turm herab und baute mit diesem Material ein Wohnhaus au der Marktstraße, Ecke der heutigen Neuen Poststraße. Die längsten und stärksten Hölzer benutzte man zur Schwellenlegung auf Plinthen- höhe (etwa 1 m über Terrain) und eines der besten Stücke wurde dazu ausersehen, ein Nortnallängeumaü zum öffentlichen Gebrauch für die Bewohner der Stadt zu werden. So befindet sich denn noch heute am altersgrauen Hause des Besitzers Kaufmann Iiettig im Giebel an der Neuen Poststraße ein preußisches Rutenmaß nach obiger zeich­nerischer Wiedergabe. Die Hauptabschnitte sind von durchkreuztem Eisenblech, die halben Hauptläugen sind durch zwei und die kleinen Unterteilungen durch je einen eisernen Nagelkopf markiert.

XIX. A. Stubenrauch: Bericht über die Hausurne von Obliwitz bei Labehn in Iliuterpommern. Indem ich Ihnen die Bal­tischen Studien, Neue Folge Bd. XII von 1908 und den dazu gehörigen Jahresbericht 1907 8 vorlege, mache ich Sie auf den erst jetzt bekannt werdenden Fund einer Ilausurne aufmerksam. Alle Hausurnen sind wegen ihrer über die Lebensverhältnisse der vorgeschichtlichen Völker

Aufschluß gebenden Umstände von allgemeinstem heimatkundlichen Interesse. Sie sind noch immer so selten, daß jede einzelne Auffindung freudig begrüßt wird, so auch die vorliegende Seite XIV bis XVII be­sprochene, auf einer Tafel dargestellte neue Hausurne.

Meine Tochter, Gesa Friede], hat hiernach die Gestalt der Hausurne auf den beifolgenden zwei Abbildungen wiedergegeben, wodurch mir und Ihnen eine lange Beschreibung erspart wird.

Diese in ihrer Art ganz isoliert dastehende, daher höchst seltene Hausurne gehört nach Begründung des höchst kundigen .Konservators, Herrn Stubenrauch, in die Übergangsperiode aus der Bronze- in die Eisenzeit (vielleicht rund 1000 vor Christus, Epoche des Seddiner-