23. (0. ordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.
223
Der Verfasser der vorgenannten Erinnerungsschrift, Regierungsrat Feige), hielt den Festvortrag, welcher den Werdegang der Behörde in den hundert Jahren ihres Bestehens schilderte. Der Redner entwarf sodann von dieser Entwicklung in gedrängter Kürze eine Skizze, aus der sich als wichtigste Phasen der Entwicklung hervorhoben: Die Begründung der Behörde durch die Kabinetsorder vom 25. März 1809, ihr Wirken unter Trennung der Landespolizei und der Ortspolizei nach dein Reglement von 1822, die Organisation von 1830 durch die die Grundlagen für ihre jetzige Gliederung in selbständige Abteilungen geschaffen wurden, die Weiterentwicklung innerhalb dieses Rahmens und die Ausdehnung der orts- und landespolizeilichen Zuständigkeit des Polizeipräsidiums über die Grenze des Weichbildes von Berlin auf Groß- Berlin, die Einrichtung des Landespolizeibezirks Berlin und endlich die Reorganisation der Abteilungen I und II der Behörde vom Jahre 1901.
Regierungsrat Feigell schloß mit einem vergleichenden Überblick über die heutige Organisation und Stellung des Polizeipräsidiums und die Organisation und Aufgaben der Behörde vor 100 Jahren. Damals sei sie ins Leben gerufen lediglich als örtliche Polizeibehöi’de für eine nur mäßig volkreiche, von dem größeren Verkehre kaum berührte Residenz, heute wirke sie nicht nur als Ortspolizeibehörde und Organ der mannigfaltigsten Zweige der Staatsverwaltung, sondern erfülle außerdem auch die Aufgaben der Landespolizeibehörde weit über die Grenzen dieser Stadt hinaus in einem der dichtest bevölkerten und wirtschaftlich regsamsten Teile der Monarchie. Nach der Geschichte, auf die das Polizeipräsidium zurückblicke, dürfe erwartet werden, daß die Behörde sich auch in dem neuen Jahrhundert ihres Bestehens günstig entwickeln werde. Ihre Beamten werden auch in Zukunft, ein jeder auf seinem Platze, nach besten Kräften dazu beizutragen suchen, daß dies gelinge, und so mitwirken zum Nutzen der Allgemeinheit und zur Förderung des Ansehens der Behörde.
Darauf hielt der Minister von Moltke eine kurze Ansprache, die in ein dreifaches Hurra auf den Kaiser ausklang. Dann begaben sich die Herren in die Räume des Polizeipräsidenten, wo ihnen ein Imbiß gereicht wurde.]
D. Bildliches.
XXL Unser verehrtes Ausschuß-Mitglied, Herr Paul Teige, König!. Rumänischer Hofgoldscbmied, ladet in Verbindung mit Herrn Otto Rohloff, Professor am Kgl. Kunstgewerbe-Museum, zur Besichtigung zweier größerer — gemeinsam hergestellter Kunstwerke in der dortigen Atelier-Abteilung hierdurch ein.
Das erste ist ein im Aufträge König Carol I. von Rumänien aus Bronze gefertigter größerer, schwer vergoldeter Fries, bestimmt für die