Heft 
(1910) 18
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3. (1. ordentliche) Versammlung des XVIII. Vereinsjalircs.

graphische Museum besucht und sendet von demselben aus, unter Bei­fügung einer Ansichtskarte, freundliche Grüße. Besten Dank.

C. Naturgeschichtliches uud Technisches.

XIII. Die Flämingswasser. Unter dieser Überschrift gibt uns unser verehrtes Mitglied Herr Zahnarzt Karl Reichhel m-Treuenbrietzeu folgende, zunächst in der Zauch-Belziger Zeitung vom 28. v. M. erschienene Mitteilung.

Das endlich mit Beginn des Frühlings eingetretene Tauwetter hat die Schneemassen des Winters zum Schmelzen gebracht. Unsere Wasser­läufe, sonst kleine Rinnsale, in denen ein klares Bächlein leise murmelnd dahinfloß, haben sich in rauschende Flüsse verwandelt, deren lehmige Wellen die Ufer fast überfluten. Da ist es wohl angebracht, der Frage näher zu treten, ob wir angesichts der noch immer auf dem Fläming vorhandenen Schneemengen auf größere Überschwemmungen durch Flämingswasser gefaßt sein müssen. Den älteren Bewohnern der Stadt ist der wie ein Lauffeuer den Ort durcheilende RufDas Flämings­wasser kommt! sicher noch in lebhafter Erinnerung. Alt und Jung stürzte daun vor die Tore, um die gewaltig daherströmende Wasser­masse anzustaunen, in der Hölzer und Hausrat, Heu- uud Strohbünde], Eisschollen und alles was auf den Feldern von den wilden" Wassern fortgerissen werden konnte, lustig einherschwammen. In früheren Jahr­zehnten eine häufige Erscheinung, ist das letzte Flämingswasser hier im Jahre 1887 aufgetreten. Nach einem schneereichen Winter setzte plötzlich Tauwetter ein, verbunden mit Regen und nach kaum 24 Stunden hatten die Schmelzwässer, die sowohl aus dem Frohnsdorfer Tal, wo im Böllerich ein Dammbruch stattfand, wie aus dem Rietz-Lüdendorfer Tal daher­rauschten, die Zufahrtswege zur Stadt an der westlichen und südlichen Seite vollständig überflutet. Zwischen dem Schützenhause und der jetzigen Gastwirtschaft Blumberg strömte quer über den Damm in breiter Fläche der gelbe Strom des Flämingswassers, dem Lauf der Trift folgend, während ein anderer Strom aus dem Frohnsdorfer Tal quer über die Leipziger Vorstadt, hier vereinigt mit den Wassern des Rietzer Tales, sich seinen Weg entlang der Nordwestseite der Stadt durch die neuen Gärten bahnte, diese mit einer dicken Schicht weißen Sandes bedeckend. Die niedrig gelegenen Häuser der Leipziger Vorstadt standen metertief im Wasser, ihre Bewohner waren gezwungen, sich in die oberen Räume zu flüchten. Die Wiese am Kahnegraben bildete eine rauschende See, auf der in einem Waschfaß zu kahnen für wagemutige Jungens ein ganz besonderer Stolz war.

Doch schon nach einem Tage war die Flut verschwunden und die Zerstörung zu übersehen. Alle Gärten rings um die Stadt hatten stark