17. (5. ordentliche) Versammlung des XVI. Vereinsjahres.
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Die 2 in langen Stoßzähne sollen noch Reste der Fleicheinfassung in weichem Zustande zeigen. Weiter hat man den Kiefer und den rechten Fuß ausgegraben. Das Interessanteste aber ist, daß auch ein großer Teil der Haut geborgen sein soll. Sie hat die Dicke von 2 cm, und die Arbeiter wollen stellenweise Haare von 2,5 cm bemerkt haben, die aber beim Ilerausnehmen aus der Erde am Erdwachs kleben blieben. Das Erdwachs, das wie das Petroleum aus der Zersetzung organischer Überreste hervorgeht, tritt dort in Spalten und in Hohlräumen jungtertiärer Schiefergesteine auf, die im übrigen Petroleum liefern und von den Ablagerungen der Eiszeit überdeckt wurden. Auch hier bedarf es der Nachprüfung ob es sich wirklich um Elephas antiquus oder die Mittelform zwischen Elephas antiquus und Elephas primigenius, nämlich um Elephas trogontheri handelt, oder lediglich um Elephas primigenius d. h. das Mammut. Die Unterscheidung dieser Elefantenreste ist oft recht schwierig, selbt die Schmelzfalten der Backzähne scheinen mitunter so zu variieren, daß eine genaue Artbestimmung mitunter kaum möglich wird. El. antiquus wird einer wärmeren Zeit als El. primigenius zugeschrieben; diese beiden Elefantenarten scheinen nicht zur selben Zeit am selben Ort gelebt zu haben.
VI. Ein riesiger Findlingsblock bei Jedlec, nahe Pieschen in der Provinz Posen, genannt „der Grenzwächter“, anscheinend Granit, ist neuerlich dadurch geschützt worden, daß auf ihn gewissermaßen als Schutzpatronin ein Bild der heiligen Hadwiga (Hedwig) aufgestellt ist. Dieser Vorgang verdient in katholischen Landstrichen Nachahmung. Fräulein Hübner hat mir eine Abbildung auf einer Ansichtspostkarte verehrt, welche ich hiermit herumreiche. Leider ist das Bild anscheinend nach einer Handzeichnung gemacht, daher vielleicht, namentlich geologisch nicht ganz verläßlich. Herr Robert Mielke bemerkt hierzu: Zu dem mächtigen Granitfindling von Jedlec möchte ich bemerken, daß er nur durch die mit ihm befindliche Hl. Hedwig vor der Vernichtung gerettet worden ist. Auch ihm war schon das Schicksal vieler anderer zugedacht, als Pflaster verarbeitet zu werden, wenn nicht das auf ihm stehende Heiligenbild dieses Schicksal gewendet hätte. Jch kann bei dieser Gelegenheit auch noch auf einen ähnlichen Fall liinweisen, der sich kürzlich in Bayern zugetragen hat. Hier rettete der bekannte Architekt Gabriel von Seidl einen prächtigen alten Baum dadurch, daß er em Harienbildnis an ihm anbringen ließ. Im übrigen werde ich mir erlauben, später eine bessere Aufnahme des Steines vorzulegen.
Nachtrag. Dies ist geschehen und teilen wir hierunter eine Auf- nahme des merkwürdigen Geschiedeblocks, der sich neben unseren Harkgrafensteinen in den Rauenschen Bergen bei Fürstenwalde a. d. Spree
sehen lassen darf, mit. Die zu Grunde liegende Photographie hat