Heft 
(1902) 10
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Kleine Mitteilungen.

Die Armenlasten von Berlin sind nach der neuesten Zusammen­stellung des Direktors des Hamburger Armenwesens Dr. Bruehl nicht nur absolut, sondern auch relativ die grössten von allen deutschen Staaten. Nach Abzug der Einnahmen mit (321 486 Mark verbleiben mehr als 14V 2 Millionen Mark Ausgaben. Auf den Kopf der Bevölkerung entfallen nach dem Stand von 1897/98 8 Mark 48 Pfennig, ein Betrag, dem sich nur Hamburg mit 7 Mark 76 Pfennig nähert. An dritter Stelle steht Danzig mit 5 Mark 38 Pfennig. 20 deutsche Städte, die grösser als Danzig sind, haben geringere Armenlasten. Über 4 Mark auf den Kopf haben noch Krefeld mit 4 Mark 38 Pfennig, Düsseldorf mit 4 Mark 14 Pfennig und Potsdam mit 4 Mark 16 Pfennig. Sehr verschieden sind die eigenen Einnahmen der Armenverwaltungen. So nimmt Köln aus seinen Stiftungen 845 000 Mark, 224 000 Mark mehr als Berlin ein. Mehrere Stlldte erzielen sogar Über­schüsse aus den Armenverwaltungen, so Strassburg, Lübeck und Hanau. Im allgemeinen ergiebt sich aus der Zusammenstellung, dass in alten Städten das Stiftungsvermögen zur Deckung der Armenlasten meist fast zu­reicht, während in den aufstrebenden Industriestädten die Armenlasten am grössten sind. In Berlin trägt der ungeregelte Zuzug, die Verlockung der Weltstadt für unsichere Existenzen den Hauptanteil an der Vennehrung der Armen-Kopfzahl.

Berlin, im Oktober 1900. E Fr.

Altmärkischer Taufschmaus. Köckte (Kr. Gardelegen), 31. Oktober. Dass in der Altmark nicht blos die bekannten grossartigen Hochzeiten, sondern auch grosse Kindtaufen gefeiert werden, beweist der Taufschmaus, den der Maurermeister Karl Bethge hierselbst abhielt. Es waren dazu, wie dieWes. Ztg. mitteilt, an 500 Personen von hier und aus der Umgegend geladen. Zur Speisung der vielen Gäste waren zwei Schweine, ein Rind und ein Kalb geschlachtet; mehrere Centner Mehl waren zum Kuchen ver­braucht worden. Der Durst wurde mit 10 Tonnen Bier und verschiedenen Spirituosen gelöscht; an Cigarren wurden 15 Kisten verdampft. Die Musik wurde von der gut geschulten Schillingschen Stadtmusikkapelle aus Salz­wedel ausgeführt. B. T. 2. Nov. 1900.

Fragekasten.

A. B. Was weiss man über den Tod des Gesandten Sir Bathurst zu Perleberg 1809? Über das am 25. November 1809 erfolgte Verschwinden des Lord Bathurst gehen drei Vermutungen um, die gewöhnlichste: Na­poleon I. habe ihn als staatsgefährlich mittelbar oder unmittelbar beseitigen lassen, die ebenfalls geteilte: Bathurst, der sehr aufgeregt und einge­schüchtert in Furcht vor räuberischen Überfällen imWeissen Schwan zu Perleberg ankam, habe sich selbst das Leben genommen; endlich die an­fänglich am wenigsten geglaubte: er sei von gemeinen Raubmördern wegen