Strausberg* im siebenjährigen Kriege.
Beitrag zur Geschichte der Stadt Strausberg von
B. Seiffert.
Mit Bezug auf den ersten und zweiten schlesischen Krieg befinden sich, wie dies durch den Gang der Ereignisse und die Entfernung des eigentlichen Kriegsschauplatzes erklärlich wird, im Stadtarchiv nur sehr wenige Aktennachrichten, die dazu nur von allgemeinerer Bedeutung sind, da sie die allenvärts im preussischen Lande angeordnete Wachsamkeit der Bevölkerung gegenüber etwaigen feindlichen Einfällen betreffen. I)a ist zuerst folgende Königliche Ordre, d. d. Berlin, den 20. August 1745.*
„Demnach wir es bey den jetzigen Coniunctionen nöthig finden, dass alle praecautiones wider einen etwa zu besorgenden feindlichen Einfall genommen werden: Alss befehlen wir hierdurch allergnädigst zu verfügen, dass nach den bereits vor verschiedenen Jahren ergangenen ordres, hohe Stangen auf erhabenen Orten, vor denen nach den Sächsischen und Polnischen Gräntzen belegenen Dörffern aufgesteckt, solche oberwärts mit Stroh, welches mit Theer bestrichen, bebunden, auch eine Theerkanne darauf gehängt werden soll, damit, wenn sich eine Gefahr ereignet, solche angestecket und dadurch denen in der Nachbarschaft belegenen Städten, Flecken und Dörffern ein Signal gegeben w'erden könne, damit die Bürger und Bauern zur Hülfe herbeieilen und sich in so viel bessern defensions Stand setzen können, wie daun auch die Städte und Dorffschaften fleissig Wacht, sonderlich des Nachts halten und patrouillen aussetzen, auch bey entstehendem Lernen, theils mit ihren Flinten, theils mit ihrem Hausgewehr so viel möglich wehren und jedesmahl aufs schleunigste anhero rapportiren müssen. Jedoch müssen diese Stangen soweit von denen Dörffern entfernt auf- gestecket werden, dass solche daraus, wenn sie angestecket werden,
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