Strausberg im siebenjährigen Kriege.
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loren und es nur zur höchsten Beschwerde der armen Unterthanen gereichen kann, dass dieselben zumal bey dieser rauhen Witterung bey den aufgerichteten Stangen Wache halten, auch die verordneten Postiruugen besetzen müssen“, beides wieder aufgehoben. —
Reichhaltiger ist das Material betreffs des siebenjährigen Krieges, besonders aus den Jahren 1758 bis 1760, wo durch die Einfälle und den Vormarsch der Russen bis in die Mark letztere zu wiederholten Malen der eigentliche Kriegsschauplatz wurde; diese Schriftstücke beginnen mit dem Jahr
" 1757 .
(Sauvegardegelder an die Franzosen.)
Am 14. Januar 1757 wurden die Enrollirten, d. h. die zum Kriegsdienst Angesetzten aufgefordert, sich zum Ersatz der Regimenter in Spandau zu melden; am 5. August d. J. „soll Strausberg 4 tüchtige rammassirte, jedoch ganz sichere Leute und die nicht mehr im Wachsthum stehen, nach Spandau schicken.“ Einer der Em-ollirten wurde unter Aushändigung folgendes Ausmusterungsscheines wieder zurückgeschickt:
# „Demnach Vorzeiger dieses, der Enrollirte Forcadeschen Regiments 1 ), Martin Wegers, aus der Stadt Strausberg gebürtig, seines Alters 24 Jahr und 5' 1' —Mass haltend, ein beglaubtes Attest von seiner Obrigkeit und Zeugniss ans dem Kirchenbuche beygebracht und dar- gethan, dass er die Jahre erreichet, welche er angegeben, und also kein Waclisthum bey selbigem mehr zu hoffen, derselbe auch durch einen Handschlag erhärtet, dass er wirklich derjenige sey, welcher verabschiedet zu werden verlangt: so haben wir nicht anstehen mögen, demselben gegenwärtiges Attest olinentgeltlich zu ertlieilen, um solches bey des hiesigen Commandanten, Herrn Gen. Lieut. v. Rocliow Exc. zu seiner Legitimation zu produciren, damit ihme der gebetene Abschied ertheilet werden möge. Berlin, d. 21. März 1757. Kgl. Fr. Churm. Kriegs- und Dom.-Cammer. v. d. Groben, v. Schoppe, Vidimirt Rochow.“
Der Feldzug dieses Jahres war, wie bekannt, besonders deswegen für den König Friedrich II. mit den grössten Gefahren und Anstrengungen verbunden und des Königs Lage sehr bedenklich, weil nunmehr dem ursprünglich verabredeten Kriegsplan gemäss alle seine verbündeten Feinde gleichzeitig von allen Seiten über die preussischeu Provinzen herfielen und, da der König seine Streitkräfte teilen musste und überall, wo er nicht persönlich mit Nachdruck eingriff, nur schwacher Widerstand geleistet werden konnte, meist mit Erfolg vordrangen: im Osten die Russen, im Norden die Schweden, im Süden
•) Inf. Hegt. No. 23.
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