Heft 
(1902) 10
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Strausberg im siebenjährigen Kriege.

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zu dieser Commission seitens des Militärstandes der Hofrath und Auditeur Pfeil, Kanitzischen Regiments, und in Ansehung des Civil- standes der Hoffiscal Dieterich zum Commissar ernannt sind. . . Jeder, welcher entweder von denen Thätern seihst oder auch denenjenigen, so dergleichen entwandte Sachen auf irgend einerlei Art und Weise an sich gebracht, Wissenschaft hat, wird erfordert, deren Namen und sämmtliche zur Entdeckung des Verbrechens und Eruirung der Wahr­heit gereichende Indicia und Beweistluimer der Commission bekannt zu machen, mit der Versicherung, dass auf Verlangen der Denunzianten Namen zur Abwendung alles Präjudices verschwiegen bleiben sollen. Wer solche Sachen hat, soll sie binnen 14 Tagen an der Commission extradiren, widrigenfalls sie als Hehler und Complicen regardiret und rechtlich bestraft werden sollen.

2. Niethes Verfügung vom 14. Oktober 1758:

Es sollen für die Dörfer und Vorwerker der Neumark, welche durch die russische Invasion dergestalt gelitten, dass sie weder Saat- noch Brodkorn behalten, ohne den geringsten Zeitverlust vom Ober- barnimschen Kreyse mit Conkurrenz der Städte 118 Wispel Roggen geliefert und vom Wispel Aussaat 1 Schelf. 0 Metz, bis zur künftigen Ernte vorschussweise hergegeben werden. Strausbergs Anteil betrug 1 Wsp. 12 Schff. 18 Mtz., zu dein alle Ackerbürger, auch die Prediger beisteuern mussten.

1759.

Schlacht bei Kunersdorf.

Im nächsten Jahre 1759 rückten die Russen unter Soltikow aber­mals heran, um sich womöglich mit den Österreichern unter Laudon zu vereinigen und einen gemeinsamen Vorstoss gegen die Mark zu wagen. Vergebens suchten v. Dohna und v. Wedell den Vormarsch und die gegenseitige Annäherung der Verbündeten zu hindern; am 3. August stiessen beide Heere bei Frankfurt a. 0. zueinander. Zwei Tage später traf der König, der in angestrengten Märschen aus Schlesien herbeigeeilt war, um sein Stammland zu schützen, in Mühlrose ein, wo er sich mit v. Wedell vereinigte, am 8. August in Wulkow, wo er General Fink an sich zog, liess am 10. bei Reitwein die Brücken über die Oder schlagen und führte am 11. seine Armee hinüber, um am 12. die entscheidende Schlacht bei Kunersdorf, östlich von Frankfurt, zu schlagen').

Am 11. August sandte der Kriegskommissarius Stein folgenden Befehl an den Magistrat:

Auf S. Kgl. Majestät allergnädigsten Spezialbefehl wird Einem Edlen Magistrat zu Strausberg hiermit bey Vermeydung schwerer

*) Mebes II, 823.