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13. (4. ordentliche) Versammlung des X. Vereinsjahres.
handlang in lateinischer Sprache wenig eignet und zweitens, weil sie ein vorzugsweise aktuelles und praktisches Thema behandelt, bei dem eine kurze Geschichte des Berliner Fischmarktes allerdings nicht fehlt. Es ist sehr wünschenswert, dass recht oft ähnliche, auch der Heimatkunde dienliche Dissertations-Themata gewäldt werden mögen.
8. Von dem sehr rüstigen Ucker märkischen Museums- und Geschichtsverein liegen heut uns zwei Veröffentlichungen vor.
a) Mitteilungen des Uckermärkischen Museums- und Geschichtsvereins zu Brenzlau. llerausg. vom Vereins-Vorstande. 1. Band 1. Heft. Prenzlau 1901. Druck und Kommissionsverlag von A. Mieck. Kl. Fol. 47 S. Inhalt: Zwei uckermärkische Bronzedepot-Funde. Beschr. von Hugo Schumann zu Uöcknitz in Pommern. 1. Der Fund von Arnimshain. 1888 gemacht in einem in einem Pfuhl versenkten Thongefäss. Ältere Bronzezeit, nach Montelius etwa XV. Jahrhundert vor Christes. — 2. Der Fund von Angcr- miinde, 185)9 in der Nähe des kleinen Exerzierplatzes am Abhange nach dem See gemacht. 13 Stück, freilagernd, ohne Gefäss oder dergl. Altere Bronzezeit, nach Montelius 14.—11. Jahrhundert v. dir. —
Wewer: Freiluftmuseum. (Eine Zukunftsperspektive nach
Hazeliusschem Vorbild.)
v. Arnini-Densen: Über die Voigteien der 'Uckermark.
(Stolpe, Base walk-Jagow, Iiiebenwalde, Lychen, Boytzenburg.)
Uckermärkische Volkssagen. Drei, entnommen dem „Bär“ Jahrgang 1891.
b) Spätrömischer Grabfund mit Terra sigillata-Gefiiss von Damme (Uckermark) von Hugo Schumann. Brenzlau 1901. Rudolf Virchow zum 80. Geburtstag gewidmet. Gr. Fol. 11 S. und 1 Tafel mit 10 Abbildungen.
Als bei dem 10 km ö. Brenzlau liegenden gräflich Eickstedtschen Gut Damme im Sommer 1901 eine nördlich von Hof liegende Anhöhe durchstochen wurde, zeigte sich ohne Steinsetzungen eine etwa 5—0 qm grosse Stelle im schweren Lehm bis 2,00 m ausgeschachtet und mit Sand, der sonst in der nähern Umgegend fehlt, verfällt. Darin standen bezw. lagen mehre Gefässe von Thon und Bronze, silberne Fibeln, eine Schnalle von Silber und um die Gefässe herum 40 bis 50 Spielsteine von grünlich-blauem und milchweissem Glas. Es scheint sich um ein Brandgrab zu handeln.
Das interessanteste Stück ist ein knmpenartiges Gefäss aus hochroter, leicht bräunlicher Siegelerde. Höhe 150 mm, Mündung 245 mm. Die Form erinnert an die bekannten grell gefärbten und lackierten russischen Holzkumpen, welche seit etwa 40 Jahren bei uns mehr und mehr eingeführt worden sind. Der untere Teil des Kumpens ist mit Nischen unter Halbkreisbogen bezw. mit bäumchenartigen Wein- oder