13. (4. ordentliche) Versammlung des X. Vereinsjahres.
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Epheublattwerk ausgefüllt. Nacli Draggendorf beginnt dieser Typus Winiisrlier löpferkunst im letzten Drittel des I. Jahrhunderts und geht bis ins III. Jahrhundert n. Chr. Für die Provinz Brandenburg ein höchst seltener Eund. Eine Schöpfkelle und ein Sieb, beides von Bronze, römische, spätere Exportwaare. Aus Silber: eine Schildspange, eine Armbrustspange und eine Gurtschnalle. Das Ganze gehört in das III. nachchristliche Jahrhundert.
S. 11: „Dies Hausgerät ist aber besonders bemerkenswert, denn es ist das Trink- und Spielservice eines germanischen Edelings, das derselbe sich mit ins Grab hat geben lassen, offenbar um es droben in Walhall gleich bei der Hand zu haben.“
S. 12: „Das Spiel war dem hier bestatteten Germanen jedenfalls sehr ans Herz gewachsen, wie ja bekanntlich Tacitus schon über die Spielwut der Germanen seine Verwunderung ausspricht. Tacitus, Germania Cap. 24. Sigillatagefässe werden in Gräbern dieser Zeit meist als Behälter für den Leichenbrand verwendet und die Arbeiter in Damme behaupten, dass dies auch hier der Fall war. Nun liegt jedenfalls ein gewisser Humor darin, dass sich der biedere Edeling von Damme in seinem Eieblingsbierkrug — auch hat begraben lassen.“ —
Wir können zu dein schönen Funde nur bestens gratulieren.
*4. Herr Kustos Buchholz, unter Vorlage dreier Photographien: Das hässliche Bild der Gegend zwischen dem Stralauer Platz und der Spree wird nun auch eine erhebliche Änderung zum Besseren erfahren; die dort befindliche alte Städtische Gasanstalt wird abgebrochen und auf dem frei gewordenen Gelände werden sich später moderne Bauten erheben.
Bis zum Jahre 182(i wurden die Strassen und Plätze Berlins nur durch Öl-Lampen beleuchtet; man kann sich vorstellen, wie mangelhaft dieser Zustand war, so mangelhaft, dass an dunkeln Abenden die Passage mit Hand-Laternen häufig war.
Als aber in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts die Versuche zur praktischen Verwendung des schon 100 Jahre vorher entdeckten Leuchtgases in England Erfolg hatten, so dass von 1814 an dort Stadtteile von London, auch andere Städte, die Vorteile des neuen Lichts genossen, drang auch der Ruf desselben nach Berlin.
Die Stadtverwaltung von Berlin scheint sich indes für die Neuerung damals immer noch nicht erwärmt zu haben, denn mit völliger Umgehung der Stadt schloss das Ministerium des Innern durch das Polizei- Präsidium am 21. April 1825 einen Vertrag mit der englischen „Imperial- Continental-Gas-Association“, wonach dieser die öffentliche Beleuchtung der Stadt Berlin innerhalb der Ringmauern mittels Gaslichts auf die Zeit vom 1. Januar 1820 bis 1. Januar 1847, also auf 21 Jahre, übertragen wurde.