Heft 
(1902) 10
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13. (4. ordentliche) Versammlung des X. Vereinsjahres.

Unzufriedenheit mit den Leistlingen der Gesellschaft führten allmählich zu Reibungen, in folge deren die inzwischen vom Ministerium mit Regelung der Sache beauftragten Städtischen Behörden 1842 be­schlossen,

von der Prolongation des bisherigen oder Abschliessung eines neuen Vertrages mit der englischen Gesellschaft gänzlich abzustellen und die öffentliche Beleuchtung mittels Gaslichts durch eigene An­stalten selbst zu bewirken.

Unterm l>. September 1844 erhielt denn auch endlich der Magistrat die Königliche Genehmigung zur Ausführung dieses Beschlusses unter Vorbehalt der Rechte der englischen Gesellschaft.

Die Stadt berief darauf den Ingenieur Bloclunann aus Dresden, der schon seit 1828 die Gasbeleuchtung dort eingerichtet hatte und nach dessen Plan wurden die beiden ersten Städtischen Gasanstalten eine am Kottbuser Thor und eine am Stralauer Platz, in den Jahren 1845 und 1840 errichtet und am 1. Januar 1847 in Betrieb gesetzt.

54 Jahre lang ist also diese Anstalt am Stralauer Platz im Betriebe gewesen; jetzt weicht sie, wie schon so viele noch jüngere Anstalten und Häuser, modernen Bedürfnissen und wir geben ihr gleichsam ein würdiges Leichenbegängnis, wenn wir einen Blick auf ihr letztes Aus­sehen werfen, das in diesen 3 Photographien von 3 Ansichtsstellen aus verewigt ist.

10. Vortrag des Herrn Dr. Otto Pniower:Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas. Wir bringen die Ausführungen des Vortragenden als besonderen Aufsatz.

11. Nach der Versammlung geselliges Beisammensein im Ratskeller.

Heinrichs v. Kleist Michael Kohlhaas.

Von Otto Pniower.

An dem Wege von Berlin nach Potsdam, in der Nähe des Griebnitz- sees, liegt das Dörfchen Kohlliaasenbrück. Die allgemeine Ansicht ist, dass es daher benannt sei, dass der bekannte Mordbrenner Kohlhaas, der im Jahre 1540 in Berlin hingerichtet wurde, dort gehaust habe. Ihr pflichtet auch Heinrich von Kleist bei, wenn er im Eingang seiner berühmten, wahrscheinlich im Jahre 1800 begonnenen, 1808 zuerst zu einem kleinen Teile, 1810 vollständig veröffentlichten ErzählungMichael Kohlhaas sagt, dassKohlhaas in einem Dorfe, das noch von ihm den