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14. (6. ordentliche) Versammlung des X. Vereinsjahres.
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aber nichts bekannt ist. Möglich dass dort ein Kampf stattgefunden hat.
13. Zum Kapitel der Bauopfer '(Brandenburgia IY. 252; YIII. 414, IX. 135) erlaube icli mir zwei neue Beiträge zu geben, a) Als vor etwa 3 Jahren die Pflegschaft des Märkischen Museums das durch den Feldmarschall Sparr berühmt gewordene Dorf Prenden, im nordwestlichen Teil des Kreises Nieder-Barnim unter meiner Leitung besuchte, machte uns der Herausgeber der Geflederten Welt Maler Karl Neunzig damals in Prenden, jetzt in Lehnitz bei Oranienburg wohnhaft, darauf aufmerksam, dass beim Abbruch alter Häuser in Prenden unter denselben nicht selten je ein Schweinsgerippe gefunden werde; er hielt dies für einen abergläubischen Brauch, ein Bau- oder Hausopfer. Uns war damals die Sache zweifelhaft, weil das Schwein doch ein wertvolles Tier ist, das man nicht so leicht zu Opferzwecken ohne weiteres preisgeben wird; wir dachten eher an eine Seuche (Rotlauf oder dgl.) und dass man die Opfer derselben auf diese Weise vergraben habe. Nun teilt mir Herr Neunzig mit, dass inzwischen wieder unter 4 Häusern in den Fundamenten zu Prenden je ein Schweinsgerippe, also zusammen 4, ausgegraben worden seien. Ich muss gestehen, dass ich nun auch stutzig werde. Das Schwein, ein Symbol der Fruchtbarkeit, ist als ein Bau- oder Hausopfertier an sich sehr dankbar, und sollten die Tiere in Prenden an Rotlauf oder dergl. ansteckender gefährlicher Krankheit eingegangen sein, so wäre es gewiss bedenklich und auch wohl unerlaubt gewesen, die Kadaver in den Gehöften zu verscharren. Dazu hat man doch seit dem Mittelalter bereits selbst auf dem Lande die Schindanger angelegt. Es wird um Angabe von ähnlichen Fällen aus unserer Provinz oder anderen Landesteilen ersucht.
b) Ferner teilt mir Herr Rektor Otto Monke, u. M., folgendes mit: Als im Jahre 1849 oder 50 mein Oheim, der Kaufmann Poritz in Spandau, Potsdamer Strasse 32, ein altes Haus, das früher zum Kloster gehört hatte, abreissen liess, um das jetzt an der Stelle stehende Haus zu erbauen, fand man in der Mauer das Gerippe eines Huhnes eingemauert. Beiläufig sei bemerkt, dass der schmale Durchgang neben dem Hause Potsdamer Strasse „die Zelle“ heisst.
14. Herr Kustos Buchholz:
Von dem grossen Katalog der Freiherrlich \. Lippeiheide- sclien Kostümbibliothek, dessen erste Hefte Ihnen schon im \oiigen Jahre Vorgelegen haben, ist inzwischen der I. Band vollständig erschienen und vom II. Bande liegt hier bereits das 1. Heft \oi. Es ist bekannt, dass diese Bibliothek vom Stifter mit den reichsten Mitteln seit 30 Jahren zusammengebracht wurde, um alles auf die 1 lacht Bezügliche, was in der Litteratur und in Bildern erschienen ist, zum