Eggersdorf.
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aus einem gleichlautenden Orte z. B. Bayerns übertragen ist, lässt sich kurzer Hand nicht entscheiden. Es ist dies wohl auch nicht nötig, da wir ja eine Exkursion und deren Resultate beschreiben wollten.
Nachdem die Teilnehmer am Eingang des Dorfes in einem’Garten- lokal altstralauischen Namens Tübbeke sich gekriiftigt, begann die Wanderung in den freundlichen Ort. Nach einigen wenigen Schritten kam zur Rechten der Strasse hart am Zaun eines kleinen Gehöfts das Wahrzeichen Eggersdorfs, das sogenannte Sühnekreuz zu Gesicht, das ‘Noli me tangere!’ des Ortes. Dieses steinerne Kreuz, zur Sühne eines Zweikampfes mit tötlichem Ausgange im Jahre 1512 errichtet, ist eines der wenigen, dessen Geschichte uns urkundlich erhalten ist. Der Sänger der Ortsgeschichte aber, dem Fidicin nicht unbekannt ist, hob also an: Am 10. Juni 1333 giebt Markgraf Ludwig der Altere seinem lieben und getreuen Johannes Trebuz, Bürger der Stadt Strausberg, und seinen wahren und rechtmässigen Erben unter anderm auch das Dorf Hegg- hebrestorp mit allen Rechten und Nutzungen zu Lehen, weil er den St. Erasmus-Altar in St. Marien zu Strausberg gestiftet und dotiert hat; zugleich quittiert der Markgraf über 02 Mark brandenburgischen Silbers, die er von dem Trebuser erhalten.
Schwere Zeiten kamen über das Dorf. Es wurde 1348 durch den schwarzen Tod fast gänzlich wüst, starb ganz aus, und die Feldmark bedeckte sich mit Strauchwerk und Bäumen. Darum muss das Landhuch 1375 vermelden: Egbrahtstorp hat 48 Hufen (ä 50 Morgen), von welchen zur Pfarre 4 gehören. Die Bürger Trebus haben 12 zu ihrem Hofe, welche aber der Schulze bewirtschaftet. Es giebt hier keine bestimmten Hufen (Hufschlag); der Acker wird nach Morgen verpachtet und trägt kein GetreufiT’sondern Holz, weshalb er auch nicht nach Hufen zu bestimmen ist. Nur 8 Hufen werden beackert, von welchen überhaupt 7 Schillinge und nichts weiter entrichtet wird. Dagegen sind 17 Kossäten vorhanden, welche zusammen 3(5 Schillinge und 42 Hühner zu entrichten haben. Die alte verfallene Mühle giebt 1 1 2 Wispel Roggen.
Wie sehr man sich auch bemüht haben mochte, den Acker wieder urbar zu machen, so scheint dies doch nur sehr langsam von statten gegangen zu sein; denn im Jahre 1451 waren noch 24 Hufen und 1024 noch 17 Hufeu wüst, die noch 1857 Heide waren. Die Hufen, welche der Trebuser 1375 dem Schulzen zur Bewirtschaftung überlassen hatte, bildeten später das Rittergut, das 1472 noch ungeteilt war, hiernächst aber im Besitz von Matthes und Tewes Trebus 2 Anteile ausmachte, mit deren einem die Gebrüder Thomas, Achim, Dietrich und Hans Roebel und deren Vetter Klaus Roebel 1483 belehnt wurden.