Eggersdorf.
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Der Trebussche Anteil,
zu welchem noch wüste Hufen gezogen und urbar gemacht worden waien, bestand 1601 wieder aus 2 Teilen, welche Erdmann und Hans Trebus besassen. Jeder von ihnen hatte einen Rittersitz mit 5 l / 2 Hufe, Gerichts- und Patronatsrechten. Jiirge Christian von Trebus, auf welchen beide Anteile gekommen waren, verkaufte dieselben 1660 für 1000 Thaler an den Ober-Präsidenten von Schwerin. „Der letzte Patronus von Dsgei'sdorft, Jiirge von Irebuss ist den 19. April 1661 hingegangen auf dem Feld und hat sich an einer Fichte erhencket, ist nachmals von dem Diebeshencker abgenommen und auf der Strasse an dem Kircli- zaun verscharret worden.“
Den Röbelschen Anteil,
welcher in einem Rittersitze bestand, zu welchem zuletzt 8 freie Hufen gehörten, iiberliess Jürge von Röbel gleich nach dem Jahre 1608 an •Inachim von Krummensee, welcher es denen von Röbel bald wieder für deren Güter zu Krummensee und Wegendorf eintauschte, fin Jahre 16-0 verkauften die von Röbel diesen Anteil an Bertram von Phnhl, von dessen Sohne Heine von Pliulil ihn 1658 der Oberpräsident von Schwerin für 3500 Thaler ebenfalls erwarb. Sämtliche nun in Schwerins Besitz gekommenen Anteile, die alle obrigkeitlichen Rechte zu Eggersdorf, drei Rittersitze mit zusammen 19 Freihufen und alle Pachte, Dienste und Abgaben der Bauern und Kossäten, sowie die Gerichte und das Patronatsrecht umfassten, erkaufte der König Friedrich I. 1709.
Die Bauerngemeinde bestand im 15. Jahrhundert aus 5 Hüfnern und 7 Kossäten, wozu der Müller gerechnet wurde, und es befanden sich 12 Hufen im Besitz der Bauern. Die noch heut in Eggersdorf vorhandene Familie Ritsche ist die älteste des Ortes; schon im Jahre 1472 sind drei dieses Geschlechtes als Hüfner mit den Vornamen Benedictas, Thevs und Jacob Ritsche erwähnt. Während des 30 jährigen Krieges wurde wiederum fast das ganze Dorf verwüstet, so dass 1704 nur noch 4 Kossäten und der Müller vorhanden waren. Erst unter dem Besitz des Königs gelang es, die Hufen wieder zu besetzen, und 1765 wurden auf dem ehemaligen Vorwerk 7 Kolonisten etabliert, von denen 3 reformiert, 3 katholisch und 1 lutherisch waren. Ein Teil von ihnen entstammt der Pfalz.
Nach diesem Abriss der Ortsgeschichte interessiert der Anlass des Sühnekreuzes, welches unsere Abbildung zeigt. Wie wir sehen, hatte um 1483 Tewes von Trebus wohl aus Geldmangel und wegen anderweitiger Verschuldung einen Teil seiner Eggersdorfer Besitzungen an die Gebrüder von Röbel verkaufen müssen, deren einer Thomas von
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