Heft 
(1902) 10
Seite
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Eggersdorf.

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Röbel Feigheit vorwarf und ihn so bei seiner Ritterehre fasste, kannte auch die Wut des Älteren keine Grenzen mehr. Ein Zweikampf ohne des Gesetzes Regeln begann in der niedrigen Stube, zunächst ohne l'olgen; denn die Spitzen der Schwerter blieben in der niedrigen Stubendecke stecken. Zitternd lief dieKrügerinne hin und her, als die beiden zornglühenden Gegner in rasender Hast die Stube verliessen und vor der Krugtjiür aufeinander losschlugen. Der alte Röbel war der lechtkunst des gewandten und flinken Junkers nicht gewachsen; zu 'lode getroffen brach er mit einem Weheschrei vor der Thür nieder und gab alsbald seinen Geist auf. An der Stelle aber, wo er gefallen, wurde alsbald vor dem Gasthofseingange zur Sühne der furchtbaren That ein steinernes Kreuz errichtet.

Die Ortstradition, die durch den Anblick des Kreuzes von Anfang an und von Mund zu Mund eine wahrheitsgetreue blieb, hat in diesem halle ausnahmsweise Recht. Eine Urkunde beweist dies. Kurfürst Joachim I. ging allen denen, die solchenAuffruhr machten, sehr scharf zu Leibe, und schmähliche Todesstrafe stand dem Junker als Mörder bevor. Tief erschüttert versuchte ihn sein Vater, der alte Georg von Trebus, zu retten und bahnte einen Versöhnungs-Rezess mit denen von Röbel an, der auch Erfolg hatte. Nachsichtig genug gab auch der Kurfürst und sein Bruder nach, und zum Danke überwies der glückliche Vater, dem der Erbe erhalten blieb, seinem gnädigen Landes­herrn die Patronats-Rechte, welche er von seineil Vätern her (seit 1333) über den St. Erasmus-Altar in St. Marien zu Strausberg besass, wovon schon oben die Rede gewesen ist.

Die darüber ausgestellte Urkunde*) ist von atisserordentlicher Länge; ihr Satzbau ein bandwurmartiger; datiert ist sie vom 28. Juni 1512. Wir entnehmen ihr nur das im Originale, was für unsern Zweck von Wichtigkeit ist:

IchGeorgTrebbusBekenne offintlich mit diessem brive für mich, mein erben und erbnemen und sunst allerneniglick, die In sehen, hören odir lesen, als mein Sohn Lorentz Trebbus In vergangen tagen mit Thomas Robell seligen Zu Auffrur gewachsen, also das derselb Thomas Robell vom leben^zum todt koinen und dan die Sache mit gedachts thomas Röbels Iruntschaft laut eines Reces darüber ausgegangen, Sunlich beygelegt, und die durchlauchten Ilochgeborne Fürsten und Hern, Herrn Joachim etc., Churfurst, und albrecht gebruder, Marggrauen zu Brandenburg

etc.ich den Altar sanctj Erasmi, In der Pfarkirchen

zu Strausberg gelegen, die Leyhung desselben nnd mein jus patronatus und gerechtigkeit daran.von gnants meins Sons wegen zu Bues

*) Riedel I, 12 S. 122, 123.