360
Eggersdorf.
und abtrag ubirgib Iren kurfurstl. und fürstlichen gnaden gegen- vvertiglich.“
Tm Schluss der Urkunde betont der Trebuser, dass er auf „solichen altar Sanctj Erasmi libere Resignirt.“
Mit Erlaubnis des jetzigen Besitzers dieses alten Kruges, der zur Zeit ein Privathaus ist und dem Büdner und Maurer Herrn Gliese gehört, besichtigten wir das Innere — die Gaststube mit der niedrigen Decke, in der der Streit begonnen, ferner die nach links sich anschliessende uralte Schenke. Dieser Krug ist schon im Schossregister 1451 erwähnt und gab 12 Groschen. Frau Gliese hat in dem ofterwähnten Zimmer noch vor etwa 40 Jahren getanzt. Mit dem Sühnekreuz draussen aber ist es eine eigene Sache. Der Besitzer hat es zwar vom Eingänge entfernt und an der Grenze seines Grundstückes aufgestellt. Aber wehe, wenn frevle Hand es berührt oder gar von der Strasse entfernen würde. Mit lautem Gepolter erfüllt es den Raum, wo du es niederlegst, und an rätselhaften Krankheiten fällt dir dein Vieh im Stalle, bis du das Zeichen der Sühne wieder an Ort und Stelle bringst; erst dann zieht wieder Ruhe in dein Haus ein! Wir gruben die Erde unter dem Kreuze aus; mit einem nach unten verbreiterten stumpfen Ende ist es nur wenig in den Boden eingelassen. Der begreifliche Wunsch, über die vermutliche Herkunft der Eggersdorfer Patronatsherren und einiges Weitere aus deren Geschicken zu vernehmen, ist leider mit Rücksicht auf das gestellte Thema unerfüllbar; wir verlassen daher das ‘Noli me tangere! 1 des Ortes und gehen einige wenige Schritte die Dorfstrasse weiter herunter.
Der alte Rittersitz
der Trebuse liegt vor unsern Augen. Mit dem Giebel nach der Strasse zugekehrt liegt der grosse massige Steinbau drohend am Kreuzpunkt der Strassen, die vom Bahnhof Strausberg (Kagel, Ilerzfelde) nach Altlandsberg und von Rüdersdorf-Petershagen nach Strausberg-Stadt führen. Gar manche Kalksteinfuhre wird auf letzterer nach des Rats Ziegelofen in Strausberg im Lauf der Jahrhunderte bewegt und das Dorf dadurch oft von kreischendem Räderton erfüllt worden sein. Und denselben Weg zurück für die westlich von der Stadt gelegenen Dörfer ging dann der gebrannte Kalk. Das Aussehen dieses Gebäudes täuscht auf den ersten Blick; seiner Dachform nach stammt es etwa aus der Zeit Friedrichs des Grossen. Indessen dürfen wir nicht vergessen, dass dieses Dach und etliche Fuss darunter im Mauerwerk jüngeren Datums sind und aus des grossen Königs Zeit stammen; drei Viertel des Gebäudes aber reichen, wie die Besichtigung gelehrt hat, in eine bedeutend weiter vergangene Zeit zurück. Sie bildeten mit ihrer einstigen Bedachung den befestigten Uandsitz der von Trebus, die schon 1375 er-