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Eggersdorf.
Dorfes zerstört hat. Weitere Untersuchungen an anderen Stellen dieses Bezirkes Averden darüber die GeAvissheit erbringen.
Wir schieden von dem freundlichen Ort, um uns auf :, /4 stüudigen herrlichem Waldwege', der uns durch Eichen-, Birken- und Fichtenwaldung führte, nach dem Bötzsee und dem „Etablissement am Hohenfliess“ zu begeben, welches an der Chaussee Altlandsberg-Strausberg liegt. Auf der Veranda des grossen Gasthofes, der auch der „hungrige Wolf“ genannt wird, nahmen Avir das Mittagsmahl. Dieser Gasthof, Avelcher dem Herrn Dam gehört, hat seine interessante Geschichte.
Das Wirtshaus am Hohenfliess.
Ursprünglich lag am Bötzsee eine Geleitszollstätte der Stadt Strausberg, zu deren Freiheiten sie gehörte, und war noch im 16. Jhhdt. daselbst am Hohenfliess etabliert. In den damaligen unruhigen Zeiten reisten die Kaufleute von Stadt zu Stadt mit ihren Waren nur in grösserer Gemeinschaft, selbst beAvaffnet und in bewaffneter Begleitung. An][der städtischen Zollstätte am Hohenfliess, also au dem viel benutzten Wege Berlin-Altlandsberg-Strausberg u. s. w. nach Osten, wurde Halt gemacht, am sogenannten „Schlage“ (wegen des Schlagbaums so geheissen) Zugtierenjjund Pferden Ruhe gegönnt, der Zoll bezahlt und des^Rats Lanzknechte erwartet, während die alte Begleitung'umkehrte oder auch feinen neuen Wagenzug auf dem Rückwege begleitete. Die Strausbergischen führten dann die Angekommenen weiter durch das Stadtgebiet die Müncheberger, heut Garzauer Strasse entlang. Ich habe mich vergeblich bemüht, die Art und Höhe des geforderten Zolles zu ermitteln; führe aber, um ein Bild des Ganzen zu geben, vergleichs- Aveise die Hebegebühren des Zollkrugs bei Finkemvalde (Kreis Randow) an, die doch etwas Aufschluss bieten. Es hatte zu zahlen:
jeder Reiter ... 1 Pfennig (Denar)
Rückweg an demselben Tage frei, jedes Pferd vor einem Wagen 1 Pfennig.
RückAveg an demselben Tage frei.
jedes lose Pferd.1 Pfennig.
5 Schafe oder 5 Ziegen . . 1 Pfennig, jeder Fussgänger.1 Heller
Bemerkt sei noch, dass dergleichen Zollstätten etwas befestigt zu sein pflegten.
Im Jahre 170!) J> wurde vom König der Geleitszoll am Hohenfliess der Stadt Strausberg abgenommen und zu den königlichen Einnahmen geschlagen und ihr nur der Damm- und Deichselzoll gelassen. Im Jahre 178!) wurde die Zollsteile ganz aufgehoben, nur der Krug blieb übrig. Woher der Name „hungriger Wolff“ stammt, der seit alters