Eggersdorf.
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ist ein grosses Bild Sr; Majestät des regierenden Kaisers, dem die Petershagenschen Schüler eine dahingehende Bitte schriftlich ausgesprochen.
Von da führte uns der Weg zum „Berg“ in die neue und erst am 5. Dezember 1870 durch den Generalsuperintendenten D. Hoffmann geweihte Kirche gotischen Stils — ein schöner Bau aus leider sehr schlechtem Material. Die alte Kirche brannte am 14. September 1865 gänzlich nieder. Das Innere des erst seit 1890 mit einer Orgel versehenen Gotteshauses ist ein überaus freundliches. Es wird sich noch würdevoller gestalten. Zwei direkte Nachkommen unsers vormaligen Patrons des Herrn Reichsgrafen Otto von Schwerin auf „Alten-Landsberg“, die in Berlin ansässig sind, interessieren sich lebhaft für den ehemaligen Besitz ihrer Vorfahren und haben für die Eggersdorfer Kirche zur Erinnerung an ihren Besuch das Reichsgräfliche Wappen gestiftet. Dies wird in der Apsis aufgehangen werden. Im Anschluss au diese für uns bedeutsame Widmung, welche den Ort dauernd an die Wohlthaten einer noch immer unvergessenen einstigen Patronatsherrschaft erinnert, sollen auch die Bogenfenster der Apsis mit Bildern geziert werden. In der Mitte gleichsam als Altarbild wird der auferstandene Christus den Kirchenbesucher mit dem Grusse des Friedens empfangen; die Fenster links und rechts werden die Wappen der einstigen Rittergeschlechter des Orts, der von Trebus und Röbel aufweisen. So wird ein schönes Gesamtbild entstehen.
Noch blieb der Osten des Dorfs zu untersuchen. Der Weg zu dem in Aussicht genommenen Grundstücke des Herrn Kaufmanns Ihn führte an der Försterei Eggersdorf vorbei, die vor Zeiten eine Oberförsterei gewesen und eine alte 135 jährige Kastanie in ihi*em Garten beherbergt. Der gewaltige Baum mit seinem tief herabhängenden Blätterdach, welches den Stamm neugierigen Blicken fast gänzlich entzieht, ist eine Zierde des Ortes und kann sich den alten Bäumen des Eichenwaldes ebenbürtig getrost zur Seite stellen. Der Stamm hat in 1 m Höhe ca. 4 m Umfang.
Herr Ihn hat seine Villa erst vor Jahresfrist auf einem bisherigen Ackerstück, auf dem seit Menschengedenken nie ein Haus oder Gehöft gestanden, neu auferbaut. Bei Umgrabung des Gartens stiess er auf allerlei verrostete Eisenstücke und Eisenreste von Wirtschaftsgeräten, Thürenbeschlag u. s. w., so dass eine Untersuchung der Stelle geboten schien. In zuvorkommendster Weise waren die Fundstücke in einer Laube geordnet ausgelegt und wurden als Reste verschiedener Zeiten, vom 14. bis 16. Jahrhundert erkannt. Denkt inan an die vielfach auf dem Grundstück gefundene Brandasche, so ist die Annahme nicht ausgeschlossen, dass 1531 der schon erwähnte Brand des Bötzowschen Bruches in seiner siebenwöchigen Dauer hier einen alten Ortsteil des