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Eggersdorf.
unser Schritt, und es sei bemerkt, dass noch weiter nordwestlich am Fliess abwärts im hinteren Teil des Catholyschen Gartens (Herr Franz Catholy) in noch grösserem Umfange dies der Fall ist. Mit dieser Feststellung haben wir auch die Lagestellen der in der Ortsgeschichte erwähnten 3 Rittersitze. Auf der angedeuteten Forschungsstelle angekommen, erblickten wir eigenartige Fundstücke, welche das Interesse der meisten zunächst lebhaft in Anspruch nahmen, nämlich — abgefallene Pflaumen. Es entspann sich die gewiss sehr interessante Frage, ob sie als faule oder reife abgefallen seien. Eine ziemlich lebhafte Abstimmung nach vorheriger ‘gründlicher Belehrung durch einen Sachverständigen ergab mit Einstimmigkeit: „Sie sind reif und nicht faul!“ Dieser unter anderen Verhältnissen gewiss höchst billiguugswerte Vorgang war aber wegen der entstandenen Zeitverzögerung mit Rücksicht auf den fleissigen Führer unserer Exkursion, Geheimrat Friedei, nicht ganz korrekt, der schon lange seine Untersuchungen mit dem Resultat vorgenommen hatte, dass er frei umherliegende Bruchstücke frühmittelalterlicher Gefässe fand. Es ist früher eine ganze Zahl von Töpfen und deren Bruchstücken herausgeholt, und die Untersuchungen werden privatim fortgesetzt werden.
Wir schieden, um uns nunmehr zur Schule und zur Kirche zu begeben. Ich benutze den Weg zu einigen Nachrichten, die in den 4. 4. 1810 verbrannten Kirchenbüchern enthalten waren und durch Beckmann gerettet siud:
As, 1589, Freitags post Michaelis, ist der Sakramentfeind Jacob Westphale zu Eckersdorf ohne Trost und Sakrament im Gottesreiche plötzlich verstorben und Sonntag nach seinem obitu (Heimgange) auf Chf. Brandbg. Konsistorialbefehl sine crux (sic!) sine lux (sic!) (ohne Klang und Gesang) wie eine bestia ausserhalb des Kirchhofes be- scharret worden. —
1594, 14 Tage nach Michaelis, ist ein grosser Schnee, wohl drei Spannen hoch gefallen, dass auch die Schafe in 2 Tagen nicht haben können ausgetrieben werden, und grosse Bäume wegen der schweren Last sich zur Erde gebeuget, auch grosse Zacken heruntergebrochen worden.
1598 Pestis lues saeviit (die Pest raste) und sind in Eckersdorf allein 168 Personen gestorben.
Die Schule, deren Lehrer Herr Abel uns von Anfang an bis zur Stadt Strausberg freundlichst geleitete, bietet ein peinlich sauberes grosses Schulzimmer. An der Wand hängt das Bild des Fürsten Bismarck, dessen eigenhändige Unterschrift der Dr. Chrysander bestätigt; die Schüler hatten den Fürsten in einem Anschreiben um Zuwendung eines solchen gebeten. Das Gleiche gilt von der Schule zu Petershagen,, die am 12. Mai v. J. besucht wurde. Die Hauptzier dieser Schule aber