Heft 
(1902) 10
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Eggersdorf.

was Spitzmühle bedeutet. In nächster Nähe der Mühle liegt der Borg­wall, seltener Burgwall genannt. Der Führer von Strausberg sagt von ihm, dass er in alter Zeit die hier entlang ziehende alte Heerstrasse beherrschte. Auf ihm wurde gute Beute gemacht. Fundstücke aus der Hallstätter Zeit (7. bis 4. Jhhdt. v. Chr.) wechselten mit Kesten wendischer und frühmittelalterlicher Gefässe ab; aucli das Vorkommen der Weinbergsschnecke, die den Mönchen zur Nahrung diente, wurde festgestellt alles wanderte in die unergründliche Tasche des Herrn Geheimen Rats, auch der verwitterte Kinnbacken eines alten Schafes.

Der Spätnachmittag war angebrochen und mahnte zur Rückkehr. Der Rückweg führte grade durch die Strausheide an die Ufer des Straussees. Das Westufer des Sees mit seinem herrlichen Panorama auf die östlich gelegene Stadt Strausberg zwingt unwillkürlich zur Rast und zum Schauen. Drüben erhebt sich die mittelalterliche Stadt mit ihren Zinnen und Mauern; zur linken ragen die massigen Mauern der Strafanstalt auf, an deren Stelle einst das Dominikanerkloster gestanden, in dessen Kirche 12(57 der Markgraf Otto HI. feierlich beigesetzt wurde. Grade herüber aber ragt der Turm von St. Marien auf und gemahnt uns an die Kirche, in welcher Johannes Trebuz einst den St. Erasmus-Altar gestiftet und 1333 dotiert hat; unsere-Gedanken w r andern nach dem Anfangspunkt der Exkursion, nach Eggersdorf oder Ilegghebrestrop zurück, mit dem der Trebuser belehnt wurde der Ring der Exkursion ist geschlossen, sie bietet ein Ganzes; es verbinden sich im Geiste Anfang und Ende.

Noch eine kurze Überfahrt über den Straus, eine kurze Besichtigung des alten Strausberger Stadtturms, der St. Georgs-Kapelle und das Dampfross der Sekundärbahn führte uns in langsamem Fluge der Ost- bahnstation Strausberg zu.

Hier schied unter dankbar-ergebenem Händedruck für das wieder­holt bewiesene rege und freundliche Interesse an den hiesigen historischen Bestrebungen von dem hochverehrten Herrn Führer und den Teilnehmern der Exkursion der Verfasser dieses, der Petershagcn- und Eggersdorfsche Pfarrer

Giertz.