Die Diskordanz im obersten Diluvium der Provinz Brandenburg.
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Richtung gegen den Horizont ein. Dieses Bild bietet sich in dem tiefsten Teil des Einschnittes, d. h. also dicht über der Sohle des Oderbruches. Ganz anders ist dagegen die Zusammensetzung des Bodens auf der Höhe, denn hier entfernt der Trockenbagger eine mehrere Meter mächtige Bank aus Geschiebelehm. Die Abb. 5 zeigt den Einschnitt für die oberste Schleuse mit den Findlingen auf ihrer Sohle, die aus dem Geschiebelehm freigelegt wurden. Am untersten Ende des Tales findet sich vor dem Westeingang des Dorfes Nieder-Finow, d. h. also noch auf der nördlichen Böschung, eine ausgedehnte Grube mit einer hohen Wand, deren eine Hälfte aus grauem Ton besteht, während die andere aus Sand- lind Tonschichten zusammengesetzt ist; letztere sind nun sehr durcheinander gewulstet, doch lassen sich die Linien nicht weit genug verfolgen, und man erkennt nur an einer Stelle die Horizontale wieder mit Geschiebelehm darüber. Ihr gegenüber, d. h. in der Böschung des Barnim-Plateaus, ist eine ausgedehnte Grube vorhanden, die dem Reichskanzler Herrn von Bethniann-Hollweg gehört. Die horizontale Linie ist hier wieder in großer Ausdehnung zu erkennen, doch ist das Liegende sehr verstiirzt, und nur an einer Stelle ist ein breiter flacher Sattel zu beobachten, dessen Kern aus reinem Ton besteht, der allmählich in wechselnde Ion- und Sandschichten übergeht, welche unter einem spitzen Winkel auf die Horizontale stoßen, weil die Sattelspitze von der Horizontalen abgeschnitten wird. Das Hangende besteht hier aus einem festen Geschiebelehm.
Mau kann wohl behaupten, daß die Tone des Finovvtales noch eine weitere Ausdehnung auf dem Südufer haben, weil der Boden in der Umgebung von Eberswalde, nämlich in dem Strich um den Brunnen, den Zainhammer und den Wasserfall, sehr quellreich ist. Diese Lagerungsverhältnisse im Zusammenhang mit dem landschaftlichen Bau lehren, daß die Trennung des Barnim-Plateaus von der Uckermark durch tektonische Kräfte bewirkt wurde, und daß die Verwerfungskluft unter der Linie Lichterfelde, Liepe, Oderberg liegt, so daß sie fast eine gerade Linie bildet, denn nur südlich von Chorin tritt eine kleine Bucht nach Norden zurück.
Eine ganz ähnliche Stelle findet sich am Rande des Vietzer Böscliungswalles, der sich zwischen dem Wartetal und dem Fahlen- werderschen Bruch oberhalb Kiistrins erstreckt. Die Ziegeleigruben liegen hinter dem Städclien Yietz, wo der Plateaurand ein bedeutendes Stück nach dem Innern hin zurückspringt und eine schmale und kurze Terrasse entsteht, die an ihrem unteren Ende ein Höhe von 29 m und weiterhin von 36 m besitzt, während das Hinterland bei Döllensradung schroff in die Höhe steigt und 90 m erreicht. Es sind hier 6 Gruben vorhanden, die am Rande liegen; in einigen von ihnen erkennt man ein schwaches Einfallen in das Plateau hinein, und sonst findet sich absolut keine Störung, auch sind beide Tone, der graue und der braune, vorhanden.