Die Diskordanz im obersten Diluvium der Provinz Brandenburg.
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Auch dieser Aufschluß ist schon eingehend beschrieben worden.*) Die Reproduktionen zweier vorzüglicher Photographien zeigen die horizontale Trennungslinie zwischen Liegendem und Hangendem sehr gut. Das Liegende wird gebildet „durch fiuvioglaziale Kiese und Sande mit deutlicher Schichtung und Driftstruktur. Die Schichten sind von Verwerfungsklüften durchsetzt, an denen sich kleine Überschiebungen bis zu einer Sprunghöhe von einigen Dezimetern nachweisen lassen.“ Über der Horizontalen lagern in der Regel scharfe Sande mit Kies und Geröll, und nur an der langen Wand des Eingangs liegt eine ungefähr 1 m mächtige Bank aus Geschiebelehm darüber. Auffällig aber ist hier, daß die Horizontale sich nicht durch die ganze Grubenwand verfolgen läßt, weil an einer Stelle das Liegende durch die Horizontale hindurchstößt und einen mehrere Meter hohen Kegel bildet, der das Hemmnis wurde für die Sandanhäufung der Düne. An einer anderen Stelle der Grubenwand liegt ein Block Geschiebe- lehm tiefer als die Horizontale. Diese Situation ist ein Zeichen dafür, daß die subglaziale Abtragung, die nach der Krustenbewegung einsetzte, nicht überall eine horizontale Ebene erzeugte, was z. B. dort eintreten mußte, wo die Sattelspitze durch das Eis hindurchstieß.
Die Photographie (Abb. 6) zeigt die horizontale Trennungslinie sehr gut und ebenso die horizontale Lagerung des Hangenden, während die Störungen im Liegenden weniger deutlich zu erkennen sind. Doch geht aus der Photographie immerhin der Gegensatz zwischen dem Liegenden und dem Hangenden deutlich hervor. Auch hier bestehen also, wie in Rixdorf, die liegenden Schichten aus nordischem Material.
Zeigt dieser Aufschluß schon eine bedeutende Abweichung von den bisher beschriebenen Bildern, so stellen sich in den beiden zunächst zu beschreibenden Örtlichkeiten noch gewaltigere Unterschiede ein. Es handelt sich hier um die Tatsache, daß die Trennungslinie nicht zwischen diluvialen Schichten liegt, sondern, daß sie ältere Gebirgsglieder abschneidet und zwar in Buckow tertiäre und in Rüdersdorf Schichten der Trias.
Über die Aufschlüsse bei Buckow liegt schon eine sehr ausführliche Literatur vor.**) Es gibt dort zwei Örtlichkeiten, an denen Störungen zu beobachten sind. Die eine befindet sich südlich neben der Chaussee Boilersdorf-Reichenberg, und hier ragt in einer Zigeleigrube ein hoher
*) Wahnschaffe, J.: Der Dünenzug bei Wilhelmshagen-Woltersdorf, Sonderabdruck aus dem Jahrb. d. Kgl. Preuß. Geolg. Landesanstalt. Berlin 1909.
**) Küsel, R.: Die Gegend von Buckow und das Diluvium von Schlagenthin. Berlin 1868.
Zache, E.: Über den Verlauf und die Herausbildung der diluvialen Moräne in den Ländern Teltow und Barnim-Lebus. Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. LX1II 1890. S. 35.
Wahnschaff e,' F : Die Lagerungsverhältnisse des Tertiärs und Quartärs der Gegend von Buckow. Separatabdruck aus dem Jahrbuch der Kgl. Preuß. Geolg. Landes- Anstalt für 1893. Berlin 1894.