Heft 
(1911) 19
Seite
285
Einzelbild herunterladen

Die Diskordanz im obersten Diluvium der Provinz Brandenburg.

285

ilirenLängsachsen senk­recht zu diesem Strei­chen, und ihre Längs­wände zeigen daher die Störungen, während die Querwände fast horizon­tale Schichtung besit­zen. In den Eingängen zu den beiden west­lichen Gruben hört der Ton auf, und es folgen nach außen hin konkordante Sand- schichten (Abb. 9), die an der Grenze beider beinahe senkrecht stehen, wehrend nach außen hin die Sandschicliten immer sanfter einfallen, bis sie zuletzt fast horizontal liegen. Dies ist augenblicklich besonders schön in dem tiefen Einschnitt zur Kölderschen Grube zu beobachten. Der Sand muß also ursprünglich überall den Ton bedeckt haben. Die sekundären Störungen sind hier zwar unbedeutend aber doch deutlich, denn auf den Keilhackschen Tafeln finden sich Knicke und Stauchungen, wfie ich sie auch beobachtet habe, neben einer Stelle mit einer etw T as flachgedrückten Sattelspitze. Es treten wieder beide Tone auf, und zwar der braune oben und der graue unten, so daß mau z. B. in jedem Sattel einen Kern aus letzterem findet. Der Ton hat in der Umgegend von Niemegk eine weite Verbreitung. Nach Aussage der Ziegelarbeiter findet er sich auch auf der Feldmark von Haseloff, und ich selbst habe noch in dem Wiesengelände westlich neben Niemegk eine verlassene Grube besucht, wo beide Tone zu finden sind, die von horizontal geschichteten scharfen Sanden bedeckt werden. Das Vorkommen dieser unterirdischen Bodenschicht ist offenbar die Ursache für den Quellenreichtum der näheren Umgebung, denn auf der Karte sieht man, daß vier Bäche südlich vor dem Städtchen von der Böschung herabkommen, sich hier vereinigen und kurz unterhalb des Ortes in die Plane münden. Vielleicht findet sich der Ton auch noch auf der Höhe, w r eil die Brunnen des Dorfes Garrey sehr tief sind (40 bis 60 m) und viel Arbeit bei ihrer Anlage erfordern.

Es lohnt sich hier, noch einen Augenblick bei der Beschreibung der Landschaft zu verweilen. Das Wiesengelände bei Niemegk liegt 72 m hoch und steigt ringsherum bedeutend an. Man kann die Schroffheit sehr schön konstatieren bei einem Aufstieg von Niemegk nach Garrey, denn die Windmühle dieses Dorfes, die eine Art Land­marke ist, liegt 156 m über dem

Abb. io.

Die Böschung bei Kranepuhl.

M

'-zC *&s

v r/ ,

ta-;

am»S ri

Abb. 9.

Die Längswand der Ziegeleigrube von Kirstenhof bei Niemegk.