Heft 
(1893) 2
Seite
113
Einzelbild herunterladen

Kleine Mitteilungen.

113

jetzt die Kirche für das Tiergartenfeld, nach dessen Abtrennung' von der Dorotheenstiidtisehen Parochie, erbaut wird. Ferner in dem südlichen Kanal Herlins bis zur Bellcalliunce-Brüeke und westlich bis zur Einmündung des Kanals am Charlottenburger und Salzufer in die Spree.

Berlin, August 1893. Ernst Friedel.

3. Der Wisent. Nachdem die Hofjagden für diese Saison ihr Ende

erreicht, hat der Ober-Hofjägermeister Fürst Pless Berlin verlassen und wird nun wohl dem edlen Waidwerk in seinen eigenen Wäldern obliegen, welche eine Jagd von ganz aussergewöhnlichem Reiz bieten. Fürst Pless, welcher bekanntlich zu den reichsten Kavalieren Deutschlands zählt, hat nämlich in den fast urwaldähnlichen Forsten seiner Besitzungen vor einigen Jahren den Versuch gemacht, die bei uns fast ausgestorbenen Auerochsen, die ausser im Bialowitzer Walde im Gouvernement Grodno höchstens noch in den zoo­logischen Gärten zu linden sind, anzusiedeln. Der Versuch ist vollständig geglückt, und der wilde Ur ist in jenen Wäldern bereits in der verhältniss- mässig ganz stattlichen Anzahl von 30 bis 40 Exemplaren vertreten, und bei gleicher Schonung, wie bisher, dürfte auf eine baldige zahlreiche Vermehrung dieses interessanten Jagdwildes der alten Germanen zu rechnen sein. Seit­dem überhaupt ein Abschicssen dieses Wildes begonnen hat nur zwei Stiere wurden, wie die Königshüttor Zeitung zu berichten weiss, bisher in jedem Jahre von dem Fürsten geopfert, waren der deutsche Kronprinz und der Prinz Friedrich Karl von Preussen die glücklichen Schützen, die als Gäste des Fürsten Pless dieses Wild auf ihrer Schussliste zu verzeichnen hatten. (B. T.-Bl. 3. 1. 1884.)

(Mit Rücksicht auf das frühere Vorkommen des Wisent in der Provinz Brandenburg mitgeteilt.)

4. Damwild. Auf eine höchst merkwürdige Weise hat in den letzten

Tagen im Grunewald ein Damhirsch seinen Tod gefunden. Zu den Einfrie­digungen des Schiessplatzes des Garde-Schützen-Bataillons am grossen Fenn hat man den jetzt sehr gebräuchlichen Stacheldraht verwendet. An diesem mit dein Unterkiefer hängend, wurde das Wild todt aufgefunden. Das Thier muss über das Gehege weggesehen und dabei durch irgend einen Zufall den Stacheln zu nahe gekommen sein, so dass diese sich durch das Fell hindurchgebohrt haben. Bei den Anstrengungen, sich aus der schmerzhaften Gefangenschaft zu befreien, müssen die Stacheln immer tiefer eingedrungen sein, bis das arme Thier von den Kräften verlassen wurde und so elend zu Grunde ging. (B. T.-BI. vom 14. Dez. 1888.)

5. Die städtische Park-Deputation von Berlin ertheilte 1885/86 dem Gärtner Karl Bartsch einen Jagdschein, um die zahlreichen wilden Kaninchen in der Baumschule vor dem Schlesischen Thorc abzuschiessen.

E. Friedei.

6. Jagd der Stadt Berlin. Ein Einblick in die städtischen Schuss- üsten ergiebt das interessante Resultat, dass neben allerhand Federvieh fol­gende jagdbare und nicht waidgerechte Vierfüssler in den Anlagen der Stadt Berlin zu Treptow und im Plänterwald im Verwaltungsjahr 1887/88 erlegt borden sind: 4 Iltis, 2 Wiesel, 1 Steinmarder, 2 Eichhörnchen, 14 Kaninchen,