Heft 
(1893) 2
Seite
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Kleine Mitteilungen.

sehen Magistrats Heyde, worunter zunächst das ganze Torrain bis zum Kleinen*) und Grossen Plötzensee zu verstehen wäre. Darin ist das Pulver­magazin und zwar bereits auf dem fiskalischen Terrain, jetzt ungetllhr in der Gegend Ecke Thurm- und Kathenower Strasse, ebenso die Magazin- Waclie vermerkt.

In dem Kandverzeiclinis unserer Karte heisst es dann weiter:

Die Grundstücke, so in dem [Kl.] Thiergarten liegen, aber nicht dazu

gehören:

c. ein Stück Acker zum Uhabarber Vorwerke . 41 Morgen 90 Qu.-Ruten

d. die Colonisten Glitten.10 90

e. die Pulver-Mühlen.40 » 135

f. die drey Schoppen und die Magazin-Wache »65

g. der Garten zum goldenen Stern.1

h. die Kohlen-Brennerey. ..1 20

i. eine Wiese zum Amte Schönhausen ... 3 » 60

Summa 98 Morgen I0o (^u.-Ruten.

Das Land zu c erstreckt sich östlich der heutigen Beussel-Strasse. An der Gotzkowsky-Strasse zwischen der gleichnamigen Brücke und der Strasse Alt-Moabit, also auf heutigem Berliner Gebiet findet sich auf der Karte ver­merkt: »Schenkenhof oder Rhabarber-Vorwerk.

Nördlich vom Eisbruch bemerkt die Karte an der Strasse Alt-Moabit »mit Weyden bepflanzt an dies Stück östlich und östlich an das Eisbruch stossen 10 Morgen bezeichnetKammerdiener Peny.

Das ganze Gellinde südlich der Strasse Alt-Moabit bis zur Spree wird bezeichnet:Das Moabiter Land, eine Bezeichnung, die ohne der Sprache Gewalt anzuthun,doeh nur auf die alttestamentalischen Moabiter bezogen werden kann. Die Kolonisten hiessen alsoDie Moabiter in Erinnerung an das Land Moab bereits vor weit Uber hundert Jahren.

DieWulwelanke, von welcher zur Zeit nur noch ein kleiner etwas morastiger Rest zwischen dem Borsigschen Eisenwerk und dem Ilelgollinder Ufer vorhanden ist, erscheint 1782 als ein stattliches Gewiisser in dessen östlichem Theil eine wiesenartige Insel liegt.**)

Der Garten zum Goldenen Stern ist etwa in der Heide-Strasse wo die Strasse 29b Abt. VIII des Bebauungsplanes abzweigt zu denken. Die Kohlenbrennerei lag südwestlich davon bis zur Spree in der Gegend des Humboldthafens.

Der Goldene Stern zahlte einen Kanon zur Domiinenkasse. Die Grund­stücke zu c und d waren ganz frei.

**) Inzwischen verschüttet, aber noch kenntlich an dem Treffpunkt der See- strasse und des Nordufers.

*) Die jetzige Erhöhung, welche das Gelände, eine Landzunge, zwischen Spree und Wulwe-Lanke bildete, ebenso der Teil, worauf das jetzige Helgoländer Ufer liegt, ist, wie ich genau beobachtet, erst seit 1880 etwa hoch aufgeschüttet worden, teils durch Schuttahladen, teils durch Baggersand. Vorher war die Halbinsel, früher die Insel, nicht höher als die jetzige Judenwiese in Moabit, ging also, obwohl einen festen Kern enthaltend, bei Hochfluten unter Wasser.