Kleine Mitteilungen.
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Mit den 98 Morgen 100 Quadratruten der Einschliessungen zählte der Kleine Tiergarten damals noch im Ganzen 429 Morgen 4 Quadratruten, also einen ganz ansehnlichen Bestand.
Zum Vergleich sei hinzugefugt, dass dieselbe Karte den Grossen Tiergarten mit 848 Morgen 167 Quadratruten und die Kgl. Fasanerie mit dem dareinliegenden Terrain zu 193 Morgen 175 Quadratruten vermisst, was einen fiskalischen Forst- pp. Bestand von 2030 Morgen 70 Quadratruten für das gesummte Revier ergiebt.
Im Septemberheft 1892, p. 105 teilte E. Friedel eine Verwünschungs- formel gegen Bücherdiebe mit, die in den vierziger und Fünfziger Jahren Berliner Gymnasiasten auf den Innendeckel ihrer Bücher zu schreiben pflegten. Diese Sitte findet sich in der Mark auch noch in späterer Zeit. In den sechziger Jahren trugen die Schüler einer kleinen Dorfschule des Mitteloderbruchs (Altwustrow) ähnliche Verse wie die von Friedei angeführten in ihre Bibeln ein. Sie lauteten dort:
Dieses Büchlein ist mir lieb,
Wer's mir stiehlt, der ist ein Dieb,
Es sei Herr oder Knecht,
So ist er gleich dem Galgen gerecht;
Von dem Galgen bis auf's Rad,
Da kriegen die Raben auch was ab.
Eine zweite Formel war:
Liebes Büchlein, ich will dir etwas sagen:
So jemand kommt und will dich forttragen,
So sprich: Lass mich in Ruh,
Ich gehöre N. N. zu.
N. (Vorname) bin ich getauft,
N. (Vatername) bin ich geboren,
Wer's find', ich hab's verloren O. Matzdorff, Thorn
Berliner Missgeburt von 1617. Jo. Ludoviei Gottfridi Historische Chronica oder Beschreibung der Vürnemsten Geschichten, so sich von Anfang der Welt bis auff unsere Zeiten zugetragen: Nach Ausstheilung der vier Monarchien, und bey gefügter Jahresrechnung, auffs fleissigste in Ordnung gebracht, und in Acht Theil abgetheilet. Mit viel schönen Contrafacturen und Geschichtmässigen Kupfferstücken, zur Lust und Anweisung der Historien gezieret, an Tag gegeben und verlegt, Durch Matthacum Merianum. Gedruckt zu Franckfurt am Mayn (In Wolffgang Hoffinanns Buchdruckerey) Im Jahr nach Christi Geburt M.D.C.XXXXII. VIII. Tlieil. Unter Anno Christi 1617 heisst es darin wörtlich: „In Berlin wurde im Februario eine abschewliche Missgeburt an die Welt gebracht, so weibliches Geschlecht war. Hatte zwo Masen, drey ungestalte Mäuler, ein dreyfaches Kinn, zwey grosse weite A u gen, so weit vor ungleich von einander stunden: Auff dem Haupt hatte es eine Haut, wie eine gestrichte Haarhauben, und sonst das Gesicht roht, w i e Blut anzusehen.“
dergleichen Vorkommnisse wurden selbst noch Jahrzehnte später als So wichtig und bedeutungsvoll angesehen, dass sie neben allen Haupt- und Staats-Aktionen in den zeitgenössischen Chroniken und Geschichtswerken