Heft 
(1896) 5
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Bericht über die 2. (1. Arbeits-) Sitzung des V. Vereinsjahres.

19. Als neuestes wissenschaftliches Unternehmen des Märkischen Museums gelangt zur Vorlage das Erste Heft eines im Verlage unseres Mitgliedes des Herrn Dr. E. Mertens erschei­nenden Prachtwerks betitelt:

Hervorragende Kunst- und Altertums-Gegenstände des Märkischer Provinzialmuseums in Berlin. Heraus­gegeben von der Direktion des Museums. Heft I. Die Hacksilberfunde. Mit VIII Tafeln und Abbildungen im Text. Berlin 1896.

Die Hacksilberfunde des Märkischen Museums, welche dem 10. und 11. Jahrhundert angehören, auch in unserer Gesellschaft bereits in der Sitzung vom 27. März 1895 (Monatsblatt IV.) kurz besprochen worden sind, werden hier in diesem vornehm ausgestatteten lllustrationswerk zunächst erörtert. In den Text haben sich drei unserer Mitglieder geteilt, indem Herr E. Friedel das Geschichtliche, Herr R. Buchholz das Beschreibende, Herr E. Bahrfeld das Numismatische bearbeitet haben. Für die Heimatkunde des 10. und 11. Jahrhunderts, insbesondere soweit der wendische Volksstamm in Frage kommt, ist dieses erste Heft von hervorragender Bedeutung.

Die einzelnen Hefte des Gesamtwerks erscheinen in zwanglosen, in sich abgeschlossenen Lieferungen und sind einzeln käuflich. Wir teilen mit dem Herausgeber die Hoffnung, dass hiermit ein löbliches Werk begonnen ist, welches der Verwaltung unserer Reichshauptstadt zur Ehre, Lehrenden wie Lernenden, Künstlern und Kunsthandwerkern zum Nutzen, allen Freunden vaterländischer Forschungen aber zur Belehrung und zur Freude gereichen werde.

In einem zweiten Heft sollen die gusseisernen, kunstgewerblichen Ofenplatten des 16. bis 18. Jahrhunderts behandelt werden, welche seiner Zeit gerade für unsere Provinz einen eigentümlichen artistischen Industrie­zweig ausgemacht haben.

20. Der II. Vorsitzende bespricht ferner 3 neu erschienene, wissen­schaftliche Beilagen zum Jahresbericht (Ostern 1896) hiesiger städtischer Schulanstalten.

A. zum Jahresbericht der II. Realschule:

Hermann Pieper: Der märkische Chronist Zacharias

Garcaeus. I. Teil. Leben des Garcaeus.

Garcaeus gehört zu dem Kranze hervorragender einheimischer Geschichtsschreiber, welche aus der Stadt Brandenburg a. H. hervor- gegangen. Zacharias Garcaeus, eigentlich Gartz geheissen, ist, wie Pieper mit Hilfe der astronomischen Berechnung des Prof. Koppe vom hiesigen Andreas-Gymnasium festgestellt hat, am 11. Januar anno 1544 als Sohn des Bürgermeisters Joachim Gartz zu Pritzwalk daselbst geboren. Er studierte in Wittenberg. 1575 übernahm er das Rektorat der Altstädtischen