Heft 
(1898) 7
Seite
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Friedrich Backschat, Kloster Zinna bei Jüterbog.

erst gerechnet von dem Zeitpunkt an, wo der Konvent, meistens waren es 1218 Mönche, nach dem Vorbilde Christi und seiner Jünger, ins Kloster eingezogen war; immerhin war mit den vorherigen Einrich­tungen, dem Bau einer Kapelle, eines Wohnhauses u. dergl. fast ein halbes Jahr vergangen, so dass wir auch hier auf das Jahr 1171 kommen. Ferner giebt uns noch dieses Jahr an das Fragment der BrandenburgBrietzenschen Chronik, wie sie Riedel nennt, in der es heisst, dass neun Jahre später Lehnin (gegr. 1180) gegründet worden sei. 3i )

Wichmann besetzte der Kloster mit Cisterciensermönchen, da diese allein den zu erledigenden Aufgaben gewachsen waren und ebenso gut mit dem Kreuz, wie mit der Axt und dem Spaten umzugehen wussten.

Die Gründung des Klosters übertrug er dem Kloster Altenberg bei Köln; er ehrte hiermit dieses Kloster, denn auf Betreiben des Abtes Arnold war er zum Erzbischof von Magdeburg gewählt worden. 31 ) Der Ort der Gründung ist Gegenstand einer Kontroverse. 37 ) Als Gründungs­orte werden ausser Altenberg noch genannt: Altenkampen bei Geldern und Kagel im Barnim. Dieser Annahme widersprechen jedoch folgende Punkte:

> Riedel, eod. nov. dipl. Brand. I). 8. 277:

Wichmannus, Episcopus Magdeburgensis, fundavit Coenobium sive Abba-

tiam Cisterciensium ordinis in Zcinna prope Juterbock Anno MCLXXI.

Otto primus Marchio et primus Elector . . . fundavit Coenobium sive Abba- tiam Lehnyn . . . (Ex bis patet Zcinna fuisse IX annis ante Lehnyn).

*> Chron. Monasterii Bergensis ap. Meid. III, 298.

) a. Für Altenkampen entscheiden sich:

1) Heffter, urkundliche Chronik der alten Kreisstadt Jüterbog. Jüterb. 1851.

2) Berghaus, Land buch der Mark Brandenburg (etwas indifferent).

b. Für Kagel:

1) Th. Phil, von der Hagen, Beschreibung der Kalkbrüche bey Rttdersdorff, der Stadt Neustadt-Eberswalde und des Finow-Canals, Berlin, 1785, p. 5, der sich wiederum stützt auf:

Pastor E. Kost zu (Dorf) Zinna v. 7. Aug. 1784:Summarische Nach­richt vom Kloster Zinna und Rektor Hoffmann v. 12. May 1784vom Kloster Zinna. Berliner Mag. Archiv N£. 1217 ft fol. 48, 56.

2) Roedenbeck in v. Ledeburs Archiv, Bd. XI. 8. 5477 (stützt sich auf Hagen).

3) Fechner in Forschungen z. Deutsch. Gesch. Bd. V. S. 517 (auf Roedenbeck).

c. Für Altenbergen:

1) Fidicin, Territorien der Mark.

2) Winter, Cistercienser.

3) Otte, Geschichte der deutschen Baukunst.

4) Dr. G. Sello, Quellen zur Geschichte des Cistercienserklosters Zinna; in den Geschichtshlättem für Stadt und Land Magdeburg, Magdeburg 1886. Jahrg. 21. 8. 415429. S. 432 spricht Sello mit Recht von derFabel von der Gründung eines Klosters im Barnim (Kagel).