Heft 
(1898) 7
Seite
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Friedrich Backschat, Kloster Zinna bei Jüterbog.

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1) im amtlichen Verzeichnis der Cistercienser-Klöster wird Zinna eine filia Veteris Montis, auch filia de Bergis genannt (zwischen Vetus Mons, Altenberg, und Vetus Campus, Altenkampen, wird immer streng unterschieden), auch Casp. Jongelinus in der notitia abb. Cisterc. ordinis: ex Coenobio V eteris Montis, vulgo Aldenberg.

2) kein Kloster durfte ein Tochterkloster besetzen, wenn es nicht mindestens fiU Personen zählte. Kogel war jedoch nur eine einfache Grangie. 28 )

3) der erste Abt von Zinna hiess Ritzo. Um 1162 erscheint in Aldenberg ein Abt mit Namen Rixo; er verschwindet da vor 1173 und taucht nun als erster Abt von Zinna auf.

4) einige Dörfer bei Straussberg (im Barnim) z. B. Klosterdorf, Zinndorf, Werder, Hennickendorf, tragen unverkennbar den Stempel der Gründungen Zinnas und erscheinen erst nach 1230. Unterstützt wird diese Annahme auch noch durch dasLandt- Bucli der eptei Zinna von 1560, von Oppen, Hauptmann zur Zinne.*) Hier heisst es ausdrücklich im 2. Teile: Register vom Eigentum über Barnem in der Mark Brand. Folget das nyge Landt in der Mark.

Der erste Abt von Zinna hiess Ritzo, auch Theodoricus genannt. Ihn ereilte dasselbe Schicksal, wie den ersten Abt von Lehnin, Siebold mit Namen; er wurde erschlagen. Wie es dazu kam, berichtet uns das Chronicon Montis Sereni seu Lauterbergense, 2 t ) welches einem Geist-

") vgl. v. Ledebur, Vorträge z. Gesch. der Mark Brandenburg. Berlin, 1854. S. 29.Die Klösterhöfe oder Grangien aber, welche diese oder auswärtige Cist.-Klöster auf ihren entlegenen Besitzungen in der Mark hatten, dürfen nicht als selbstständige Klöster mit aufgeführt werden; deshalb sollte die ihnen mitunter zu Teil gewordene Bezeichnung Feldklöster, als zu irrigen Vorstellungen verleitend, vermieden werden.

*) Das sogenannte Erbbuch von Zinna ist, wie Sello festgestellt hat, nicht mehr vorhanden; dagegen befinden sich auf der Domänenregistratur der Kgl. Regierung zu Potsdam folgende drei Werke.

1) 1560. Landbuch der eptei Zinne 1560. Ca(spar) v. Oppen, Heuptmann zur Zinne.

2) 1565. Landbuch der Abtei Czinna de 1480. (Es enthält ein Verzeichnis der Besitzungen im Lande Jüterbogk in Gegenüberstellung kurzer Statistiken von 1480 und 1565. Ist also, so sagt Dr. Sello, dadurch die Abfassung eines Güterverzeichnisses im Jahre 1480 erwiesen, so fehlt doch leider dieses selbst, da das 1565 gefertigte und mehrfach fortgesetzte Buch nur Auszüge enthält.

3) 1641. Ambts- und Kloster Zinna Erbregister und Heuptbuch; zufolge Befehls des Administrators August von Magdeburg vom 26. Februar 1641 durch Ambtschreiber Barthel Herzberg gefertigt, am 8. Mai 1641 vollendet und das Original an die Magde­burger Rentkammer zu Halle geschickt.

Chron. Mont. Sereni ap. Menken. script. rer. German. Tom. III, 196 D.: Slavi Lithewizen et Pomerani vocatione Ducis Henrici provinciam Juterbock invase- runt, ipsaque vastata et multis interfectis, plures captivos viros et foeminas abduxerunt. Abbas etiam monasterii, quod Cinna dicitur, qui et primus tune fuit interfectus. (1179.)

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