Heft 
(1898) 7
Seite
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Friedrich Backschat, Kloster Zinna bei Jüterbog.

liehen Konrad zugeschrieben wird, auf dem Lauterberg bei Halle a. S. entstanden sein soll und viele Nachrichten über die meissenischen Fürsten und Lande in lateinischer Sprache bietet:

Die Slaven, Liutizen und Pommern fielen, herbeigerufen von Herzog Heinrich, in das Land Jüterbog ein, verwüsteten es, töteten viele und führten Männer und Frauen als Gefangene hinweg. Auch der Abt des Klosters, das Cinna heisst, der auch zugleich der erste damals war, wurde getötet.

Dies geschah am 6. November 1179. 30 )

So schien denn alle ihre Arbeit nach einem kurzen Zeitraum von acht Jahren vergebens gewesen zu sein. Die Mönche verüessen entmutigt das Kloster, das ßetglöcklein verstummte, und die Mauern verödeten. Man zog nach Jüterbog, 31 ) und der neue Abt schickte einen Mönch und einen Konversen mit den Reliquien seiner Kirche aus, um milde Gaben zum Wiederaufbau des Klosters einzusammeln. Als dies 1195 zu Ohren des Generalkapitels kam, verurteilte es den Abt, dieses Verfahren als einen Bettel bezeichnend, zu einer sechstägigen Strafzeit mit einem Fasttage bei Wasser und Brot und bestimmte, dass er die eingesammelten Gaben dem nächsten Generalkapitel übergebe. Ohne Zweifel hat der Abt bei dieser Gelegenheit Ansprachen an das Volk halten lassen, um zur Bei­steuer aufzumuntern. 3i )

Der zweite Abt, Rudolph mit Namen, begann das Werk von neuem; er baute die Klostergebäude wieder auf, und sein Nachfolger Wilhebertus umgab sie zum besseren Schutze 1214 mit einer starken Mauer. 1182 oder 1185 wurden Jüterbog und Zinna dem Erzbistum Magdeburg ein­verleibt und diese Inkorporation von Papst Lucius III. bestätigt.

Geistliche Verrichtungen wurden dem Kloster nicht zuerteilt, denn diese hatte der Erzbischof Wichmann bereits den Prämonstratensern von Gottesguade bei Kalbe a. S. für den ganzen Umfang des neu eroberten Landes Jüterbog überwiesen. Auch war ohnehin die Bestimmung der Cistercienser, ihrer Ordensregel zufolge, mehr Landbau und Handwerk, als Andacht, mehr thätiges und mustergebendes, als wörtliches und lehrendes Christentum, oder wie Fontane sehr treffend sagt:das Kreuz in der Linken, Axt und Spaten in der Rechten, lehrend und Acker bauend, bildend und heiligend drangen sie vor.

Der Wald- und Sumpfbezirk, der ihnen vom Stifter zugewiesen wurde, zog sich von NS eine Stunde lang in die Länge, und eine halbe Stunde lang in die Breite hin.

Im 0. wurde er begrenzt durch einen Sumpf jenseits des Neuhof, im S. durch die Berghöhen bei Jüterbog, im W. durch eine Eiche jenseits

") Forschungen zur Deutsch. Geschichte. Göttingen, 1865. Bd. V. S. 489.

9 Noch 119095 kommt ein Abt in Jüterbog vor. Winter. Bd. I. S. 139. fg.

"> Winter, Cist Bd. I. S. 116.