Friedrich Backschat, Kloster Zinna bei Jüterbog.
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des Dorfes Zinna (usque ad quercum indigenis terram notam), im NW. durch drei Fichten beim ehemaligen Dorf Studenitz (usque ad tres pinus, que in signum deputatae sunt terminorum), im N. durch den langen und alten Graben, im NO. durch Seeen und Teiche jenseits der Mühle Licene. 33 ) In sich schloss dieser Bezirk ein einziges Dorf, nämlich Czynnow; ausserdem hatte das Kloster noch Einkünfte aus einem Sool- brunueu bei Frohse, jährlich 24 Schillinge von vier Salzpfannen bei Halle und eine Hufe bei Dennewitz zur Erhaltung des Lichtes im Kloster. Vielleicht rührt noch von Wichmann her der Besitz der Kirche in Pechau mit einem Gute in Königsborn und dem Zehnten in 5 Dörfern, welcher 1221 von Zinna an das Lorenz-Kloster in der Neustadt Magdeburg ver- äussert wurde. Wiclnnanns Nachfolger, Ludolph, legte ihm das Dorf Werder dazu. Das waren die Schenkungen. Alles andere erwarben die Mönche durch Kauf oder Tausch. Schon bald veräusserten sie die Einkünfte aus den Soolbrunnen, da es ihnen untersagt war, Einkünfte zu besitzen, die aus der Arbeit Anderer flössen. In nächster Nähe bauten die Mönche den Wirtschaftshof Kaltenhausen, Neuhof und in der Folgezeit eine Wassermühle Lietzentrich (Lietzensehe). Das Schwesternkloster Marienthal bei Helmstedt gab das ihm von Wichmann 1191 überlassene Heinsdorf an Zinna.
Papst Honorius III. bestätigte 1221 dem Kloster seine Besitzungen (Reg. 44). Dieser Bestätigungsbrief lässt uns einen genauen Blick in die Besitzverhältnisse des Klosters thun; das Kloster besass:
„curiam Cuniggesburna cum molendino et Omnibus pertinentiis suis, mansum unum in Daniwiz, stagna Doberchowe, Wotersfige, Crineke, et Melniz, molendinum cum stagnis Stolp et Zuete, quadra- ginta quatuor mansos in villa Werdere et molendinum de Licene, quinquaginta mansos et quicquid habetis in villa Ilowe, viginti quinque mansos et quicquid habetis in villa Caruwiz; triginta mansos et quicquid habetis in villa Beieresdorp, triginta sex mansos et quicquid habetis in Grevendorp villa, Septuaginta duos mansos et quicquid habetis in villa Slenzncgor, tres mansos in Golisdorp, tres mansos in Danuwiz, octo mansos in Sarnowe; decem quoque mansos in Wenemaresdorp et dimidium, unum mansum in Ragelendorp, et unum mansum in Risdorp. Reditus eciam decem solidorum in duabus areis de Jutirboch; decem et octo mansos in solitudine juxta Grevendorp et molendinum cum duobus mansis in inferiori parte de Grevendorp cum pratis, vineis, terris, nemoribus, usuagiis et pascuis in bosco et plano, in aquis et molendinis, in viis et semitis et Omnibus aliis libertatibus et immunitatibus suis.“
Da der Bischofsstuhl von Brandenburg mehrere Jahre unbesetzt war, so kam es, dass das Kloster Zinna vielfach über Bedrückungen
") Winter, Geschichts-Blätter für Stadt und Land Magdeburg, Jahrgang XI. S. 290—306. Magdeburg 1876.