Friedrich Backschat, Kloster Zinna bei Jüterbog.
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Von diesen Dorfen erhielt das Kloster über 5000 Scheffel Getreide, von den Mühlen fast 2000 Scheffel und über 100 Rthlr. Zinsgeld, ferner von den Dörfern Rohrbeck, Dennewitz, Lichterfelde, Markendorf, Kaltenborn, Niedergöhrsdorf, Froehden-Lindo und Lütchenbocho verschiedene Pachtgelder und vom Eisenhammer zu Scharfenbrück 17 Gulden, Vs Fuder Bier und 4 Schock Schieneisen. Zeitweise müssen recht günstige Vermögenszustände im Kloster gewesen sein, denn Zinna lieh öfter bedeutende Summen aus (s. Reg. 58, 63).
Um 1300 fiel ein Vogt des Herzogs Rudolf von Sachsen-Wittenberg ins Klosterland von Zinna ein, wobei dem Kloster ein Schaden von 9(X) M. zugefügt wurde. Hierfür erhielt Zinna 1308 Vergütung in Pretzin (s. Reg. 27, 28). Vorher muss schon ein Einfall stattgefunden haben, denn schon 1286 erhielt Zinna vom Herzog von Sachsen als Kriegsentschädigung das Dorf Dalchow bei Wölmsdorf. Gegen Ende des XIV. sec. brachen schon trübere Zeiten für das Kloster herein, die Hand in Hand gingen mit dem beginnenden Verfall der alten Disziplin. Es bildete sicli nämlich mit der Zeit die Sucht heraus, sich Pfarrkirchen incorporieren zu lassen. Die Schriftstücke, die Zinna an das Domkapitel von Brandenburg absendet, sind voll von Klagen über schlechte Zeiten. Ihre Dörfer, Grangien und andere Gebäude, so heisst es darin, seien von Räubern, Brandstiftern und Übelthätern so verwüstet, dass der Abt und die Brüder bis zum Notstand entkräftet seien. 43 ) Zinna hatte damit erreicht, was es beabsichtigte. Vom Kapitel zu Brandenburg, zu dessen Diöcese Zinna gehörte, wurde ihm erlaubt, die besten Pfarreien ihres Patronats, namentlich der zu Luckenwalde, Pechule, Bardenitz, Dorf Zinna und Frankenfelde, welche auf überhaupt 46 M. jährlich abgeschätzt wurden, bei nächster Erledigung einzuziehen, die Stellen aber durch Weltpriester, die Luckenwalder jedoch durch einen Mönch ihres Klosters versehen zu lassen, 44 ) wofür sie pünktliche Zahlung bestimmter Bischofsgebühren von diesen Pfarreien gelobten (s. Reg. 35, 36, 39, 40).
“) Riedel, A X, 486, A IX, 61 . . . hinc est, quod propter canonum et legum transgressores, spoliatores, incendiarios et alios malefaetores multiformes villae, grangiae et alia bona, ad monasterium sanctae Mariae in Cenna, ordinis Cisterciensis, nostrae dioc., spectantia, in pactibus, censibus, redditibus caeterisque proventibus . . . adeo sunt devastata, quod Abbas et fratres ipsius monasterii nequeant ibidem commode sustentari nee ipsis in necessariis possit salubriter provideri. A. X, 288 . . . quod nonnulli inquitatis filii . . . litteras authenticas, libros — ornamenta ecclesiastica — calices monilia etc. . . . temere et malitiose occultare et occulta detinere presumunt.
u ) A. X, 486. . . . dimittimus religiosis viris, abbati et conventui monasterii in Cenna sanctae Mariae virginis . . . ea, quae ad nostram preposituram Bpectare videntur per mortem plebanorum opidorum et villarum: Luckenwalde, Cynnow, Pechule, Bardeniz, Frankenvelde synodaliä videlicet vestes meliores, equurn Optimum, librum viaticum, superpellicia et caeteras res, quae ad hec pertinere solent, libere ... in usus suos tollenda, loco quorum synodalium plebanus in Luckenwalde dimidiam sexagenam, plebanus in Cynnow dimidiam sexagenam, plebanus in Pechule viginti grossos, plebanus