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Friedrich Backschat, Kloster Zinna bei Jüterbog.
Ausserdem gestattete 1390 der Propst Bonifacius dem Kloster, die Güter, mobila et immobilia, aller in dasselbe eintretenden Personen, mit Ausnahme der Lehengüter auzunehmen und zu besitzen (Reg. 37).
Sehr schwere Zeiten hatte das Kloster von 1400—1450 durchzumachen. Zuerst in den Fehden des Grafen von Ruppin gegen die Mark (Zinnas Mönche sollten einen Ruppiner Bürger totgeschlagen haben), dann vor allem durch die Raubzüge der Qnitzows, Rochows und Pntlitze.
A° 1420 bevollmächtigte das Kloster den Erzbischof von Magdeburg, seine Entschädigungsforderungen wegen der seit der Verbindung des Erzbistums und des Markgrafen Friedrich von den Bewohnern der Mark erlittenen Schäden wahrzunehmen (Reg. 45, 46). So stellt denn am 26. Mai 1420 der Erzbischof von Magdeburg eine ungeheuerlich lange Schadensrechnung auf wider den Markgrafen von Brandenburg über die seit dem Jahre 1412 durch Untersassen des Markgrafen erlittenen Landesbeschädigungen. Sie giebt uns ein recht anschauliches Bild, wie die Mark und ihre nächste Umgebung allen Übergriffen und Gewaltthätigkeiten preisgegeben war. Über den dem Abte zugefügten Schaden heisst es darin (Riedel, B. III, 264 ft'.):
„Czuin ersten verlor er XI gesatelte phert, IIII gude panczer und IIII eisenhute, Jacken, armbrost und andern harnasch, das er alles achtet uff C und XXX behemischer schog grossen und sin vogt wart gefangen mit drey brudirn, die lagen zour golzow (dem alten Rochow- Sitz) in dem torme drey vierteil jars, bisz das der herczoge von Sachsen davor zcoch; und eyn bruder wart erslagen und eyner bis in den tod gewundet.“
Der Schaden in Zinna selbst und 17 zum Kloster gehörigen Dörfern wird auf ca. 250 000 Mk. nach heutigem Gelde geschätzt.
Auch in den Hussitenkriegen soll das Kloster arg verwüstet worden sein.
An der Belagerung des Schlosses Beuten beteiligten sich neben den Bürgern von Jüterbog auch die aus der Abtei Zinna. 45 )
Um besser für solche Fälle gerüstet zu sein, schaffte sich 1450 der Vogt nach dem Jüterboger Gedenkbuch an: 9 Pfd. Pulver und 2 Centner 7 Pfd. Blei.
In dieser Zeit der Bedrängnis nahm sich wiederum der Papst des Klosters an und beauftragte den Abt von Lehnin und den Dechauten von Magdeburg, dem Kloster gegen Verletzungen seines Eigentums Schutz zu leisten (Reg. No. 56).
in Bardenitz viginti grossos, plebanus in Frankenweide viginti grossem latos Pragensis monete singulis annis feria quarta proxima ..., qua consuevit hactenus summa synodus in Brandenburg celebrari ...
* 5 ) Magdeburger Schöppenchronik p. 336. 2: de borgere van Juterbok und de ut der ebbedie tor Tzynnen togen vor Buten und bestelden also de slote al umme.