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Friedrich Backschat, Kloster Zinna bei Jüterbog.
reuffen oder streiche Ja Blutrtinste erfolgen, ernstlich straffen, so fern die wunden, so über solchem hader gefallen, nicht kampffwürdig sein, den solches zu straffen soll unsemi voigt als dem Überrichter zu jederzeit Vorbehalten sein und bleiben. Wir haben auch zum offtermal verboten und verbieten lassen das herbergen der haussiere, welches wir zum Überfluss hiermit noch wollen gethan haben, das sich jedermann gentzlich deren enthalte, Es weren den schwache und gebrechliche leute, die Man ihrer Schwachheit halber erdulden und leyden müste, welches ein Christlichs werk. . .
Dieser rührige Abt starb im Jahre 1546. Sein Nachfolger, der letzte Abt von Zinna, hiess Valerianus. Er nahm aus Verdruss über die Reformation, die schon seit 1522 im Erzbistum grosse Fortschritte gemacht hatte, am Martins-Tag 1547 den Wanderstab zur Hand und ging, seine Heiligtümer im Arm, zuerst nach der Lausitz. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt. In Osseg finden sich keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass er sich dorthin gewandt habe.
Urkunden und Klosterschatz hatte schon 1546 der Erzbischof Albrecht von Magdeburg, der zugleich Kurfürst von Mainz war, wegen „der gefährlichen Zeiten“ an sich genommen und dem Kloster darüber folgende Empfangsbestätigung ausgestellt (Reg. 82):
.. nachdem wir in diesen schwinden und gefehrlichen Zeiten aus allerley bedengklichen Ursachen aus unserem Kloster Zcinna etliche Cleinodien, Privilegia und andere Brieffe zu unseren Händen in Vor- wahrunge, bemelten Kloster zum Besten und Vorhutunge allerley be- sorgklichen Unrichtigkeit genommen, deshalb wir hirüber berührten Klosters Inventarien mit unserem Sekret besiegelt zugestellt, dass demnach dies dafür geachtet und den Verstand habe, dass es angeregtem unserem Kloster Zcinna zu keiner nachteyligen Entwendunge gereichen, sondern dass solche Kleinodt, Privilegia und andere Briefe zu des Klosters unvormeidtlichen, erheischenden Notturft vehigk sein sollen getreulich und ane gewerde. In urkundt mit unserem zu rugk auff- gedrucktem Insigel besiegelt, geben zur Czinna, am freytage nach Ascensionis domini, anno ejusdem, im XVc und sechs und virzigsten.
Auf Befehl des Bischofs übernahm der damalige Advocatus des Klosters, Lippold von Klitzing, die Verwaltung, zwang die noch zurückgebliebenen Mönche ihrem Abte zu folgen und machte aus dem Kloster ein Amt. „Es hatt,“ wie das Fragment der Zinnaer Kloster Chronik von ihm sagt, „seine Leuse im Closter woll abgeschütt, sed ex male quaesitis;“ dies soll wohl soviel heissen, dass er bei der Klosterverwaltung manches in seine Tasche hat fliessen lassen. Viele Mönche fanden im Kloster Heinrichau ein Unterkommen, die anderen zerstreuten sich; das „ite in orbem Universum“, welches die Mönche von Lehnin bei ihrem Abzüge am St. Elisabethstage des Jahres 1542 hatten anstimmen und singen