lg. (12. ausserordentliche) Versammlung des XIII. Vereinsjahres.
Sonnabend, den 11. Februar 1905,
Die teilnehmenden Mitglieder versammelten sich vor dem Hause Lehrter Straße 42, um die Weinkellereien der Firma J. P. Trarbach Nachfolger zu besuchen. Die Einladung dazu verdankte die Gesellschaft ihrem Mitglied Paul Kreßmann, dem Mitinhaber der Weltfirma.
Was die Besuchenden zuerst in Erstaunen setzte, war der gewaltige Umfang der Kellereien, die einen Flächenraum von ungefähr zwölf Berliner Grundstücken darstellen. Was beherbergen diese unterirdischen Räume nicht aber auch alles! Da sind die riesigen Flaschenlager für all die verschiedenen Weinsorten. Davon enthält das nur der Lagerung der Moselweine dienende allein gegen 200 000 Flaschen. Dazu gehört z. B. auch ein „Rüttelsaal“, in dem sich Apparate befinden, mittels deren der Wein in den Flaschen eventuell noch gereinigt wird. Es liegen ferner dort die gewaltigen Fässer, in denen die Bacchusgabe verwahrt wird, bis sie die Reife erlangt, um auf Flaschen gezogen zu werden. Eins dieser Fässer enthält nicht weniger als 21500 Liter. Dann sind große Expeditionsräume dort, ein Saal, in dem die Weine geprüft werden, eine Flaschenspülerei, ein sogenannter Toilettenraum, in dem die Flaschen etikettiert und mit Kapseln versehen werden, Komtore und sogar ein Empfangssaal. All diese Räume durchwanderten wir, indem wir von der liebenswürdigen Führung jede nur gewünschte Aufklärung erhielten. Die Wanderung endete in dem Empfangssaal, in dem uns die Firma eine köstliche Bewirtung angedeihen ließ. Zu einem reichhaltigen kalten Buffet wurden uns prächtige Weine in den edelsten Sorten kredenzt. In dichterischer Vorahnung dieser uns bereiteten Genüsse verfaßte Dr. Gustav Albrecht, der sich schon oft als den Poeten unserer Gesellschaft erwiesen hat, ein Trinklied, das von den Anwesenden gesungen wurde. Wir lassen es hier folgen:
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