Heft 
(1899) 8
Seite
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Carl Bolle, Altmodische Blumen.

LISTE

mehr oder weniger altmodischer Gartenpflanzen.

An Bliitensträuchern:

Rainweide. Ligustrum vulgare.

Persischer Flieder. Syringa persica.

Schneeball, Viburnum Opulus roseum.

Tatarische Heckenkirsche. Lonicera tatarica.

Jasmin. Philadelphus coronarius. Öfters auf Gemäuer, auch auf Ruinen, als Hinterlassenschaft mittelalterlicher Gartenkultur, verwildert; selbst auf bemoosten Baumstämmen sich ansiedelnd. Vom stärksten Wohlgeruch unter unseren Blumen.

Gefüllte Brombeere. Rubus bellidiflorus. Rosenrot und weiss blühend.

Gefüllte Mandel. Amygdalus communis.

Knallschote. Colutea arborescens.

Sibirischer Erbsenbaum. Caragana arborescens.

Rosenakazie. Robinia hispida. Lieblingspflanze der alten Berliner.

Bocksdorn. Lycium barbarum. Früher gern zur Laubenbekleidung ge­wählt und erst mit der Zeit zur plebejischen Sand- und Schutt­pflanze hiuabgesunken.

An Rosen:

Centifolie. Rosa centifolia. Die vom hellenischen Altertum uns über­kommene exilierte Königin ihres Geschlechts, an Duft und Zartheit der Färbung die meisten der zahllosen neueren Rosen, denen sie den Platz räumen musste, übertreffend.

Damascener Rose. R. damascena. Früher Monatsrose geheissen, welcher Name jetzt für R. indica bengalensis gilt.

Weisse Rose. R. alba.

Land- oder Essigrose. R. gallica. Niedrigen Wuchses, aber von schöner Füllung der Blume.

Frankfurter Rose. R. francofurtana.

Pfingstrose. R. cinnamomea. Ein hochwachsender Strauch mit zumal in der Knospe reizender Blüte; den Beginn des Rosenflors der Zeit nach eröffnend.

Gelbe Rose. R. Eglanteria. Einfach blühend; dazu die noch schönere zweifarbige Varietät bicolor austriaca. Diese war bei Berlin so selten geworden, dass sie Rat Späth für die Mittelmark erst wieder im Pfarrgarten und auf dem Kirchhofe zu Britz entdecken musste, um sie in seinen Baumschulen erneuter Vermehrung zuzuführen.

Der typisch baumartige Buchs. Buxus sempervirens. Zeichen altererbter Vornehmheit, auch bäuerischer, in Land- und Stadtgärten; als ge­weihter Zweig die, wenn auch unbewusste, Erinnerung an die Heiligkeit von Kirchenfesten wahrend.