Zur Denkmalpflege in der Provinz Brandenburg.
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in der Weise, wie sie in allen Provinzen der Monarchie eingerichtet sei, entbehre, ein reiches Feld der Thätigkeit biete. Nach dem der Provinzial-Konservator, der Geh. Regierungsrat Dr. Schwartz, Wirklicher Geheimer Rat von Levetzow und Geheimer Regierungsrat Friedei sich gegen diesen Antrag ausgesprochen hatten, weil die Thätigkeit der Brandenburgischen Kommission sich auf die Stadt Berlin nicht erstrecke und nachdem der letztere hervorgehoben hatte, dass diese für einen wirksamen Schutz — soweit es in ihrer Macht liege — durch ihre Organe Sorge trage, modifizierte Herr Walle seinen Antrag dahin, die Kommission möge dem Wunsche Ausdruk geben,
dass auch für Berlin eine ähnliche Einrichtung für den Schutz und die Pflege der Denkmäler geschaffen werde, wie solche in allen übrigen Provinzen ins Leben getreten sei.
Diesem Anträge stimmte die Versammlung bei.
Herr Geh. Regierungsrat Friedei referiert alsdann für den in der Sitzung am 15. Dezember 1897 eingesetzten Unter-Ausschuss über die Vorschläge der Provinzial-Kommission für die Denkmalpflege in der Provinz Hannover, betr. die Kartierung der vor- und frühgeschichtlichen Altertümer. Nach dem schriftlich niedergelegten Votum dieses Ausschusses erachtet letzterer die Vorschläge der hannoverschen Kommission zur Annahme und Durchfürung nicht geeignet, da diese Vorschläge mehrfach die grossen wissenschaftlichen und internationalen mit der provinziellen und heimatlichen Aufgaben vermengen und insbesondere das allgemein wissenschaftliche mit dem, im vorliegenden Falle allein ins Gewicht fallenden, konservatorischen Interesse verwechseln. So erwünscht auch die Schaffung einer allgemeinen Zeichensprache (Legende) für eine internationale Verständigung auf dem Gebiete der Vor- und Frühgeschichte sei, habe sie doch im konservatorischen Interesse nur beschrankte Wichtigkeit. Eine allgemeine, möglichst international auszubauende Legende werde durch die grossen wissenschaftlichen Gesellschaften, durch Schriften- Austausch, durch Kongresse, durch Unterstützung seitens der verschiedenen Staaten geschaffen werden müssen und es haben sich dafür auch vielfach Bestrebungen bereits geltend gemacht. Ein Einmischen in die dieserlialb schwebenden Verhandlungen — mit zum Teil neuen Zeichen, wie sie Hannover vorschlägt — würde die schon vorhandene Buntsclieckig- keit nur vermehren und die Verständigung erschweren. Von den für die Kartierung vorgeschlagenen Massstäben erscheint derjenige von 1 j 2 ooooj zu klein, derjenige 1 j 2 moo in gewissem Sinne zu gross, insofern bei letzteren der Überblick über diese Pläne, selbst wenn nur mehrere Kreise auf einer Karte zur Darstellung gelangen, kaum noch möglich wäre. Auch sei die Beschaffung der Messtischblätter für die Provinz Brandenburg nicht abgeschlossen und werde deren Herstellung noch längere Zeit in Anspruch nehmen.