Zur Denkmalpflege in der Provinz Brandenburg.
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Bedürfnisses der sehr angewachsenen Einwohnerzahl in Aussicht genommen, nahm hiervon aber auf den Vorschlag des Kommissars der Königl. Regierung zu Potsdam und des Provinzial-Konser- vators Abstand, welche die Erweiterung der aus dem XV. Jahrhundert stammenden, in Granitquadern errichteten Kirche durch Beifügung eines Seitenschiffes befürworteten. Diese Erweiterung ist inzwischen nach einem Plane des Herrn Geh. Reg.-Rates von Thiedemann erfolgt und sind dabei die nördliche Wand der Kirche sowie der Ostgiebel, der massige Turm mit Satteldach und die mit abgetreppten Laibungen versehenen Granitportale erhalten worden. Das neu angefügte südliche Seitenschiff wurde mit den bei Herstellung der Bogenarkaden zwischen diesem und dem alten Kirchenraum gewonnenen Granitquadern aufgeführt; die in früherer Zeit erweiterten und mit Flachbogen versehenen Fenster wurden stilgerecht wiederhergestellt, auch die drei im Ostgiebel befindlichen vermauerten schmalen Fenster wieder geöffnet;
e) zur Wiederherstellung des sehr schadhaften mittelalterlichen Luckauer Thorturmes zu Beeskow, deren Kosten auf 1700 Mk. veranschlagt sind, hat der Provinzial-Ausschuss für die Restauration der Architekturteile — Zinnenkranz und Spitze — eine Beihilfe von 350 Mark bewilligt;
f) die Verhandlungen mit der Stadtgemeinde Kyritz wegen Instandsetzung derjenigen Teile der dortigen Stadtmauer, welche sich nach dem Urteil des Provinzial-Konservators für die Erhaltung eignen, haben zu einem befriedigenden Ergebnisse .nicht geführt, da die städtischen Körperschaften die Hergabe von Mitteln für diesen Zweck abgelehnt haben. Der Herr Regierungspräsident zu Potsdam hat nunmehr Anlass genommen, die zwangsweise Einstellung von Mitteln für diese Herstellung in den nächstjährigen Etat der Stadt anzuordnen;
g) in Gransee sind die zunächst des Berliner Thores belegenen Strecken der Stadtmauer, deren Abdeckung verfallen war, in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt worden;
h) die Restauration der an den Chor der Hauptkirche zu Sorau sich anschliessenden Promnitzschen Gruftkapelle, der darunter befindlichen Gruft und des Epitaphes für Balthasar Erdmann von Promnitz ist bei dem Herrn Kultusminister erneut in Anregung gebracht worden. Ein Bescheid ist darauf noch nicht erteilt w'orden; der Herr Konservator der Kunstdenkmäler, Geh. Ober-Regierungsrat Persius hat aber mit einer Revision der stattgehabten Restauration des Chors und der Seitenkapellen an der Hauptkirche, eine Besichtigung der Gruftkapelle u. s. w.