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Zur Denkmalpflege in der Provinz Brandenburg.
ist, da die Kirchenkasse unvermögend, und der Patron — der Magistrat — nicht in der Lage ist, die dafür erforderlichen Mittel aufzubringen, auch sonst Mittel von Seiten der Gemeinde oder von Mitgliedern derselben nicht zur Verfügung stehen, nicht darauf zu rechnen, dass der Staat oder die Provinz sich zur Gewährung von Beihülfen werde bereit finden lassen, zumal eine Gefahr für den Bestand der Kirche nach ihrem gegenwärtigen baulichen Zustande nicht vorliegt.
Den durch den Herrn Regierungspräsidenten zu Potsdam unterstützten Bemühungen des Provinzial-lvonservators ist es gelungen, die Stadtgemeinde Mittenwalde zur Annahme des von der Provinzial- Kominission gebilligten Entwurfes für die Restauration des Pulverturmes zu Mittenwalde in seinen ursprünglichen Formen mit Zinnenkranz und kegelförmiger Spitze zu bestimmen. Die auf 15000 Mk. veranschlagten Kosten sollen je zu Vs vom Staate und von der Provinz erbeten werden, während die Stadt den Rest der Kosten, unter Gewährung einer Unterstützung von Seiten des Kreises Teltow von 500 Mk., übernehmen wird. Der letztere, sowie der Provinzial-Ausschuss haben die bei ihnen nachgesuchten Beihülfen bereits bewilligt.
Über die Aufdeckung eines in der Gemarkung Sommerfelde, Kreis Ober-Barnim, aufgefundenen Gräberfeldes, von welchem Herr Custos Buchholz der Brandenburgs Kenntnis gegeben hat, erstattet der Provinzial- Konservator der Versammlung nähere Mitteilung. Derselbe giebt ferner Nachricht von der erfolgten Konstituierung des Uckermärkischen Museumsund Geschichtsvereines zu Prenzlau, welcher die Erlaubnis zur Benutzung der dem XIV. Jahrhundert angehörenden kleinen Kirche St. Spiritus zu Prenzlau zur Unterbringung seiner Sammlungen nachgesucht hat.
Über im Laufe des Jahres 1898 ausgeführte oder eingeleitete Restaurationen an Denkmälern in der Provinz erstattet der Provinzial- Konservator folgende Miteilungen:
a) die Ruine des runden Turmes in der Stadtmauer zu Lübben nahe der Spree, welcher infolge langer Verwahrlosung in Verfall geraten und dem Einsturze nahe war, ist von der Stadtgemeinde ordnungsmässig wiederhergestellt worden;
b) durch das Epitaphium des Generalleutenants von Derfflinger in der Kirche zu Krauseiche — Kreis Soldin — sowie die Porträts des von Derfflingerschen Ehepaares;
c) der Berliner Thorturm zu Alt-Landsberg, dessen Abbruch von den städtischen Körperschaften beantragt war, vom Provinzial- Konservator aber abgelehnt wurde, ist mit einer Beihilfe des Provinzial-Ausschusses von 75 Mark ausgebessert worden;
d) die Kirche zu Neuenhagen —Kreis Nieder-Barnim—ist gelegentlich eines Erweiterungsbaues wiederhergestellt worden. Die Gemeinde hatte einen Neubau zur Befriedigung des kirchlichen