Zur Deuktnalpflege in der Provinz Brandenburg.
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belegenen Grundstücke die Vornahme von Abgrabungen in geringerer Entfernung als von 200 m vom Denkmal untersagt wird; auch wird der Amts Vorsteher bei Genehmigung von Bauplänen darauf halten, dass durch Neubauten der Blick auf den Marienberg nicht beeinträchtigt wird. Vom Magistrate zu Brandenburg ist über das von ihm Veranlasste eine Mitteilung noch nicht eingegangen. Dem Vernehmen nach befindet sich der betreffende Bebauungsplan noch in der Vorbereitung. Nach einer Mitteilung des Herrn Hammer trifft letztere Voraussetzung zu; anderweitige dringende Aufgaben der städtischen Bauverwaltung haben eine Verzögerung veranlasst, doch werde der Bebauungsplan im bevorstehenden Frühjahr fertiggestellt und dabei auf die Wahrung eines angemessenen Anblickes auf das Denkmal von der Stadt aus und auf die V erhinderung für das Denkmal schädlicher Abgrabungen Bedacht genommen werden. Das Grundstück Jary’s Berg gehöre aber nicht zum Stadtgebiete und auch nicht zum Domgutsbezirke und lenkt Herr Hammer die Aufmerksamkeit des Engeren Ausschusses auf die Verhinderung von Abgrabungen an diesen Grundstücken. — Auf Ersuchen des Vertrauensmannes Pfarrer Schmolling zu Wusterhausen a. D. hat der Provinzial-Konservator eine Besichtigung der in ihrer Ausgestaltung und in ihren Architekturteilen, namentlich im Innern, sehr vernachlässigten Kirche St. Petri und Pauli daselbst vorgenommen. Das im XV. Jahrh. errichtete Bauwerk, eine dreischiffige Hallenkirche mit polygon geschlossenem Chore, ist in den Wand- und Gewölbeflächen weiss getüncht, während die birnenförmigen Gewölberippen in gelbem Tone herausgehoben sind; die Formsteine der Dienste an den Pfeilern und Wandflächen sind vielfach abgeschlagen, Fenster und Thüren sowie der Fussboden sind von sehr mangelhafter Beschaffenheit und gewährt der Innenraum der Kirche daher einen keineswegs befriedigenden und würdigen Eindruck. Durch eine Restauration des in edlen Verhältnissen errichteten Gebäudes, bei welchen die Gewölberippen, die Dienste und Pfeiler im Schiffe, sowie die reicher gegliederten Pfeiler des Chores im Rohbau herzustellen wären — wie dies, allem Anscheine nach, bei der gut erhaltenen Struktur des Gebäudes sich durchführen lässt — würde eine sehr befriedigende Raumwirkung zu erzielen sein. Einer sachgemässen Wiederherstellung würden auch die der Spätrenaissance angehörende, mit ihren Brüstungen und dem SchalldeckeY in guter Holzschnitzarbeit ausgeführte Kanzel, ferner die mit 21 Gemälden aus der Leidensgeschichte Christi und über diese hinaus, geschmückte Brüstung der Nordempore, und die Brüstungen der Orgelempore sowie die auf jeder Seite des Chores vorhandenen, in Eichenholz geschnitzten Chorstühle, deren Endwangen mit Figuren in guter Holzschnitzarbeit — eine Maria mit dem Kinde, ein Bischof, ein Abt und ein Mönch — geschmückt sind, zu unterziehen sein. So wünschenswert eine Restauration dieses ehrwürdigen Denkmals ist, so