Heft 
(1899) 8
Seite
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14. (7. ordentl.) Versammlung des VIII. Vereinsjahres.

10. Jahrhundert. So zeigt in der Spenerschen Zeitung vom 18. Dezember 1800 der Hofmedailleuv Daniel Loos und sein Sohn Friedrich Loos an, dass sie eine Münze geprägt, Vorderseite mit der Inschrift (nach August Lafontaine) :

Alles vergeht, aber die Liebe, die Liebe des Ewigen, Liebe zu guten Menschen vergeht nie.

Rückseite:

Dem scheidenden und kommenden Jahrhundert 1801. Ausserdem bietet dieselbe kunstgewerbliche Firma am 23. Dezember 1800 ebendort an eineDenkmünze zu einem zärtlichen und menschen­freundlichen Glückwünsche beim 'Antritt des neuen Jahrhunderts. Rückseiten-Inschrift (biblische Worte):

Frieden sollen sie haben und Freuden die Fülle. 1801.

Der Kupferstecher Thormann zeigt in derselben Nummer an:Um die gewiss für jedermann merkwürdige Epoche des neuen Jahrhunderts auf einige Zeit in stetem Andenken zu erhalten, ist eine Medaille auf eine ganz neue und einfache Art verfertigt worden. Auf der Rückseite stehtzum Andenken des angehenden lOten Jahrhunderts. Noch 2 andere Medaillen werden von Loos am 28. Dezember 1800 angezeigt ; 1. Ein Januskopf mit der Umschrift: Vergangen sei das Übel, froh die Zukunft. Abschnitt: Wunsch zum, 10 ten Jahrhundert. 2. Mit dem

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Bildnisse des Königs. Umschrift: Ihm danken wir am Schlüsse des .Jahrhunderts des Friedens Segnungen.

.Eine stärkere Bestätigung, dass jedermann damals den Anfang des neuen Jahrhunderts erst vom 1. Januar 1801 rechnete, kann es kaum geben. > . _ . _ .

, Hiermit stimmen selbstverständlich auch die amtlichenAnordnungen, ln der Vossischen Zeitung vorn 1. Januar 1801 heisst es:Durch ein

t Cirkular des Königl. Ober-Konsistoriums in Berlin ist verordnet worden, dass heute, am Anfänge des neuen Jahrhunderts, der Gottesdienst aller Konfessionen mit einem feierlichen Gebete beginnen und mit einem solchen und dem Te Deum beschlossen werden soll. Jedem Prediger ist es überlassen, einen eigenen ^.schicklichen Text zu wählen und nach den Umständen gehörig zu benutzen, auch die allgemeine Übersicht der Zu- und Abnahme der Bevölkerung, wenn etwa Daten dazu vorhanden sind, anzngeben. Man wird , begierig sein zu wissen, wie iri vorigen Zeiten dieser merkwürdige Tag gefeiert worden ist. Eine gelegenheit- liche Anfrage veranlasste die Aufseher cW ansehnlichen Herzoglichen Bibliothek zu Gotha nachzusuchen, was sich für Nachrichten von Feier­lichkeiten fänden, mit den man .vor 100 Jahren den Schluss des 17 ten und Anfang des 18 ten Jahrhunderts hie "und da begangen habe. Zur Verwunderung fand sich nichts' davon;' wohl aber eine Menge Nachrichten von kirchlichen und andern Solennitäten, womit das Jahr-