10. (8. ausserordentliche) Versammlung des XIII. Vereinsjahres.
241
in einer anderen wird eine anertfogene Krebskrankheit verfolgt. Das Haus enthält auch einen Schwammkeller, in welchem Kulturen mit dem Hausschwamm eingei’ichtet sind.
Am Schluß der Besichtigung sprach Herr Geh. R. Friedei dem Herrn Direktor Aderhold und Herrn Regierungsrat Appel den Dank der Gesellschaft aus für die lehrreiche Führung.
Nach der Besichtigung freie Vereinigung im Restaurant „Schloßpark Steglitz.“
io. (8. ausserordentliche) Versammlung des XIII. Vereinsjahres.
Mittwoch, den 14. September 1904.
Besichtigung der Kunstwerkstätten und Ausstellung in dem Neubau der deutschen Glasmosaik-Gesellschaft Puhl & Wagner zu Treptow-Rixdorf, Kiefholzstr. 72/75.
In der Säulenhalle, welche die beiden Flügel des stattlichen Neubaues verbindet, ergriff Herr Geheimrat Friedei das Wort und führte aus, daß in Berlin zwei alte Kunstgewerbe wieder zu neu'em Leben erweckt worden seien, die Gobelinmalerei und die Glasmosaikkunst, und daß es gerade Mitglieder unserer Gesellschaft wären, nämlich die Herrn Ziesch sowie die Herren Puhl und Wagner, welche diese Zweige wieder zu neuem Glanz gebracht hätten. Beide Künste arbeiten für die Architektur, indem sie die großen Flächen, welche ihnen hier zur Verfügung gestellt werden, mit farbigen Bildern bedecken.
Darauf begann der Rundgang unter der Führung der Herren Puhl und Wagner. Bevor wir an die Beschreibung gehen, verweisen wir auf die ausführlichen Berichte in unserem Monatsblatt; der erste, VII. Jahrgang No. 0, September 1898, S. 211, behandelt einen Besuch der Rixdorfer Fabrik und gibt eine eingehende Beschreibung des Verfahrens und der zweite, ebenda S. 387 stammt aus der Feder des Herrn Direktors Wagner selbst und schildert die geschichtliche Entwickelung der Mosaikkunst von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Indem wir auf diese Berichte verweisen, können wir uns diesmal kurz fassen. Wir wurden zuerst in das Atelier geführt; hier sind zu beiden Seiten eines Gerüstes, das auf der Längsachse des Saales steht und die farbigen Kartons trägt, Tische aufgestellt. An jedem Tische sitzt ein Mosaikist, der damit beschäftigt ist, auf ein Stück Kartonpapier die farbigen Würfel mit einem Kitt so zu befestigen, wie dieFarbenskizze angibt. Auf dem Tische stehen Schalen mit den farbigen Würfeln, und neben sich hat jeder einen
17