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9. (7. ausserordentliche) Versammlung des XIII. Vereinsjahres.
Für die Beobachtung der Vögel ist ein Vogelhort eingerichtet, ein Häuschen mit offenen Hallen von Sträucliern umgeben und das alles von einem Drahtgitter gegen die Umgebung abgesperrt. Hier sind auch eine Anzahl praktischer Nistkästchen angebracht, die sich dadurch aus- zeiclmen, daß sie den natürlichen Brutstätten möglichst nahe kommen. In der Nachbarschaft sind einige Bienenstöcke aufgestellt, um die Krankheiten der Bienen, vor allem die Faulbrut, untersuchen zu können.
Ein besonderes Feld ist den Unkräutern reserviert, um auch hier den Einfluß zu erforschen, denn es gibt eine Anzahl Pilze, welche zu ihrer Entwickelung zwei Pflanzen brauchen. Es gehören z. B. zusammen der Blasenrost der Waymutskiefer und die Stachelbeere sowie der Rost des Getreides und der Sauerdorn.
In einem überdachten Raume sind Versuche im Gange, um die Folgen der Überdüngung auf die pilzkranken Kulturpflanzen zu studieren. Es stehen hier mit Rost befallener Weizen und mit der sogenannten Schütte behaftete Kiefern, ferner kranke Kartoffeln u. a. Am Rande eines .Weges sind verschiedene Sorten Johannisbeersträucher angepflanzt und es ist sehr lehrreich zu sehen, wie sich die einzelnen Sträucher gegen Pilzkrankheiten verhalten, denn einige sind schon ganz kahl, andere haben noch einige Blätter und die dritten endlich sind noch 'grün.
An einer Stelle ist noch ein besonders interessanter Versuch im Gange. Der schwedische Forscher Erickson hat die Behauptung aufgestellt, daß rostkranke Pflanzen wieder rostkranke Nachkommen hervorbringen. In hohen Glaszylindern hat man nun Samen von mit Rost befallenem Weizen ausgestreut. Die Zylinder erhalten filtrierte Luft und werden auch derartig begossen, daß keine Pilzkeime eindringen können. Es hat sich aber bisher auf den Pflanzen noch kein Rost gezeigt.
Es muß noch ein interessanter Vegetationssaal beschrieben werden. Ein Glashaus ist an der einen Schmalwand offen und auf seinem ßoden sind Schienen gelegt, die noch über die Schmalseite hinausgehen. Auf den Schienen können niedrige Wagen bewegt werden, welche die Versuchstöpfe tragen. Bei schönem Wetter werden die Pflanzen aus dem Hause herausgeschoben und bei schlechtem Wetter und zur Nacht stehen sie im Schutz.
Endlich besuchten wir noch das Infektionshaus. Es ist ebenfalls ein Glashaus, durch dessen Längsachse ein Flur geht. Von diesem gehen Türen rechts und links in kleine Zellen, welche die Kulturen enthalten, ln den Zellen sind eine große Anzahl von Versuchen im Gange. In der einen Zelle wird z. B. ein künstlicher Regen unterhalten, um die Wirkung der Feuchtigkeit auf die Pilze kennen zu lernen, und