Heft 
(1904) 13
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14- (4. ordentliche) Versammlung des XIII. Vereinsjahres.

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lager in der Banlieue von Paris aus, welches ander bearbeiteten Silex Halsbandsteinchen oder Pendeloques oder sogen. Figuren enthält bezw. enthalten soll, da verschiedene derselben von R. mit Recht bestritten werden. Die Sachen stehen hiervon abgesehen auf der Grenze der eolithischen und palaeolithischen Kultur, immer jedoch stratigraphisch be­trachtet innerhalb des Quartärs.

b. Les antiquites decouvertes dans la partie beige de la pleine maritime. (Publiziert wie a.) Besonders handelt es sich um Funde gemacht bei Ausgrabung des neuen Kanals von Brügge nach dem Meer. Wie überall an der südlichen Nordsee von Dünkirchen ab durch Belgien und Holland bis Nordfriesland liegt der jetzigen Küste versun­kenes Vorland vor und finden sich außerdem unter dem vorhandenen zurZeit festen Küstensaum, Spuren, daß das Land im Lauf der Jahrtausende mehrfach Hebungen und Senkungen unterworfen gewesen ist, während bereits menschliche Kultur hier vorhanden war. Deren Spuren hat nun R. in der gallischen, gallisch-germanischen, gallisch-römischen und Völker­wanderungszeit, in merovingischer und karolingischer sowie in der Zeit, die uns Brandenburger besonders anging, als fürchterliche Überschwem­mungen im 12, und 13. Jahrhundert Flamländer und Holländer zur Aus­wanderung nach Norddeutschland bewogen, schichtenweis nachgewiesen, ja noch weiter fort bis in die Zeit der Unabhängigkeitskämpfe mit den Spaniern. Ich will zu den interessanten Mitteilungen hinzufügen, daß ich an der belgischen Küste von Ostende und nach Mariakerk sowie nach Blanken berge zu wiederholentlich insbesondere nach aufgeregter See und bei tiefer Ebbe allerhand Altertümer neben tertiären Schaltieren gefunden habe, gallische und römische Scherben, Reste eines Kornreibers aus niedermendiger Lava und desgk, dergl. Geschirrreste des späteren Mittelalters und der Renaissance.

c. Skizze einer Vergleichung der pliocänen und quater­nären Schichten Belgiens mit denen des Süd-Ostens von Eng­land. Französisch. (Bull, de la Soc. Beige de geologie, de paleonto- logie et dhydrologie. Mai 1903.) In England ist im mittleren Pliocän bereits die menschliche Spur iin Chalk-Plateau von Kent und im obern Pliocän (mit Elepbas meridionalis), nicht minder in den Forest Cromer beds entdeckt, aber nichts dergleichen bisher in Belgien. Hier sind die ältesten Spuren in der Facies von Rentei mit Elephas antiquus, der be­kanntlich in Rixdorf und Neu-Britz sowie bei Nieder-Löhme an der Dahme ebenfalls vorkommt.

d. Quelques döcouvertes paleontologiques nouveiles. (Wie unter c, August 1903.) Entdeckung eines Mahlzahns von Elephas an­tiquus bei den maritimen Arbeiten von Brüssel nahe Laeken zu. Ent­deckung einer Schildkröte des genus Trionyx im obern Landenien des Hennegau. Knochenfunde in den Steingruben von Quenast.